Hamburg

Ex-Verteidiger packt aus: Christina Block unschuldig?

Blocks Ex-Anwalt sagt fast nichts – doch im Prozess platziert Otmar Kury eine Botschaft, die aufhorchen lässt.

21.09.2026, 11:31 Uhr

Ex-Verteidiger bekräftigt im Block-Prozess erneut die Unschuld von Christina Block

Mehr als ein Jahr nach Beginn des Verfahrens ist Christina Blocks früherer Anwalt Otmar Kury in neuer Rolle an das Landgericht Hamburg zurückgekehrt: Der 70-Jährige sagte nun als Zeuge im Prozess um die mutmaßliche Entführung der Block-Kinder aus. Mit silbernem Koffer, grauem Anzug und Einstecktuch trat er vor Gericht, legte einen großen Stapel Unterlagen auf den Tisch und vermied dabei den Blick zu seiner früheren Mandantin.

Am Ende seiner nur kurzen Vernehmung stellte Kury noch einmal klar, dass er Christina Block weiterhin für unschuldig hält. Diese Einschätzung habe er bereits zum Prozessauftakt im Juli 2025 als ihr Verteidiger vertreten, sagte er. Daran habe sich nichts geändert.

In der Sache selbst machte Kury hingegen kaum Angaben. Er verwies auf seine anwaltliche Verschwiegenheitspflicht, von der ihn Christina Block nicht entbunden habe. Er habe noch einmal in seine Akten geschaut, in denen er nach eigenen Worten alles „minutengenau“ festhalte, dürfe dazu aber nichts sagen.

Schlagabtausch im Gerichtssaal über zulässige Fragen

Kurys Auftritt war von heftigen Diskussionen zwischen den Verteidigern und der Vorsitzenden Richterin Isabel Hildebrandt begleitet. Streitpunkt war, ob und in welchem Umfang der frühere Anwalt überhaupt zu einzelnen Aspekten befragt werden dürfe. Als Kury zwischenzeitlich selbst etwas erläutern wollte, wurde er von der Richterin gestoppt. Sie erinnerte ihn daran, dass er als Zeuge geladen sei, und ließ ihn zunächst vorübergehend den Saal verlassen.

Nach rund einer halben Stunde wurde Kury wieder hereingerufen und anschließend als Zeuge entlassen. Inhaltlich hatte er bis dahin nur wenige Auskünfte geben können.

Kury auf Antrag eines Mitangeklagten geladen

Der ehemalige Präsident der Hamburger Rechtsanwaltskammer war auf Antrag eines mitangeklagten deutschen Sicherheitsunternehmers als Zeuge geladen worden. Im Mittelpunkt stand unter anderem ein Gespräch von Anfang Januar 2024, an dem Kury nach Darstellung des Unternehmers ebenfalls beteiligt gewesen sein soll.

Vorwurf: Beauftragung einer israelischen Sicherheitsfirma

Die 53 Jahre alte Unternehmerin ist angeklagt, nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals zehnjährigen Sohn und ihre damals 13 Jahre alte Tochter vom Wohnort ihres Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland zu bringen. Block, Tochter des Block-House-Gründers Eugen Block, weist die Vorwürfe zurück.

Trennung von Kury schon kurz nach Prozessbeginn

Zu Beginn des Prozesses wurde Christina Block noch von Otmar Kury und Ingo Bott verteidigt, wobei Bott erst kurzfristig zum Team gestoßen war. Schon nach wenigen Prozesstagen trennte sich Block jedoch von Kury.

Nach Angaben ihres zweiten Verteidigers Bott ließ sie damals erklären: „Ich danke Herrn Rechtsanwalt Kury für seinen großen Einsatz.“ In der Mitteilung hieß es weiter, sie habe festgestellt, dass ihre „beiden Welten sehr unterschiedlich sind“. Zugleich betonte Block, sie stelle Kurys fachkundige und hochprofessionelle Kompetenz nicht infrage.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen