Darum spricht gerade jeder über „Off Campus“
Auf Instagram und TikTok kommt man an „Off Campus“ derzeit kaum vorbei. Die College-Serie mit Ella Bright und Belmont Cameli ist seit 13. Mai bei Prime Video zu sehen und hat sich in kürzester Zeit zu einem echten Streaming-Phänomen entwickelt.
Laut dem Hollywood Reporter erreichte die Produktion schon in den ersten zwölf Tagen rund 36 Millionen Menschen. Besonders stark ist die Resonanz bei Frauen zwischen 18 und 34 Jahren – in dieser Zielgruppe soll die Serie laut Prime so erfolgreich sein wie keine andere auf der Plattform. Viele Fans schauen die acht Folgen sogar mehrfach.
Worum geht es in „Off Campus“?
Die Serie basiert auf der erfolgreichen Young-Adult-Buchreihe von Elle Kennedy. Im Zentrum stehen ein College-Eishockeyteam und die Menschen in dessen Umfeld. Die Romane sind vor allem auf BookTok äußerst populär.
Das steht in Staffel 1 im Mittelpunkt
Die erste Staffel erzählt die Beziehungsgeschichte von Hannah Wells, einer zurückhaltenden Musikstudentin und Songwriterin, und Garrett Graham, einem gefeierten Eishockeyspieler und notorischen Frauenhelden an der fiktiven Briar University.
Hannah kann mit Hockey eigentlich wenig anfangen, Garrett dagegen ist auf dem Campus ein Star. Das Grundprinzip ist also klassisch: zwei völlig unterschiedliche Menschen, die sich näherkommen.
So beginnt die Romanze
Nach einem peinlichen ersten Aufeinandertreffen – Hannah arbeitet als Reinigungskraft und erwischt Garrett nackt in der Umkleide – schließen die beiden einen Deal: Philosophie-Nachhilfe gegen Fake-Beziehung. Hannah will damit einen anderen Mann eifersüchtig machen. Dass daraus mehr werden könnte, ist schnell abzusehen.

Wie lang ist die Serie?
Staffel 1 umfasst acht Episoden mit jeweils etwa 50 Minuten Laufzeit. Wer alles am Stück sehen will, braucht also knapp 6 Stunden und 50 Minuten.
Welche Szene sorgt besonders für Gesprächsstoff?
Vor allem Folge 4 wird online häufig diskutiert. Dort gibt es eine intime Szene zwischen Hannah und Garrett, die von Fans als besonders heiß, aber auch als unangenehm-überdreht beschrieben wird.
Wie freizügig ist „Off Campus“?
Die Serie geht insgesamt recht offen mit Sexualität um. Figuren sprechen direkt über Lust und weibliche Orgasmen, außerdem gibt es mehrere Nackt- und Sexszenen. Meist sind Brüste und Po zu sehen, später fällt aber auch in der Männerumkleide das Thema Penis ganz unverblümt. Während die meisten Folgen ab 12 Jahren freigegeben sind, werden Episode 6 und 8 ab 18 empfohlen.
Wie ist die Serie inszeniert?
„Off Campus“ setzt stark auf einen modernen, schnellen Schnittstil und wirkt klar auf ein Publikum zugeschnitten, das mit Social Media aufgewachsen ist. Teilweise wird das Bild aufgeteilt oder in mehreren Fenstern gleichzeitig gezeigt. Das sorgt für ein hohes Tempo und einen sehr trendbewussten Look.
Welche Trends hat die Serie ausgelöst?
Nicht nur die Liebesgeschichte zieht Aufmerksamkeit auf sich. Auch Allie, Hannahs beste Freundin, ist zum Fanliebling geworden. Vor allem ihre Frisur mit weichen Curtain Bangs ist inzwischen so populär, dass Begriffe wie „Allie Haircut“ oder „Allie Bangs“ im Umlauf sind.
Auch der Soundtrack sorgt für viele Reaktionen. Einige Bands profitieren spürbar von ihrer Präsenz in der Serie. Als Beispiel wird häufig die Indie-Band The Beaches genannt, die in der Handlung erwähnt wird.
Kommt eine zweite Staffel?
Ja. Amazon hatte Staffel 2 bereits bestellt, noch bevor die erste veröffentlicht wurde. Die Dreharbeiten sollen im Sommer starten.
Worum wird es in Staffel 2 gehen?
Wie bei „Bridgerton“ soll jede Staffel ein anderes Paar in den Vordergrund stellen. Eigentlich würde nach der Buchreihenfolge nun die Geschichte von Logan und Grace folgen. Die Serie geht jedoch einen anderen Weg: Laut Showrunnerin Louisa Levy stehen stattdessen Allie und Dean im Zentrum der zweiten Staffel.
Was unterscheidet „Off Campus“ von älteren College-Serien?
Obwohl die Serie auf den ersten Blick wie eine romantische, eher leichte Campus-Fantasie wirkt, greift sie überraschend offen auch ernste Themen auf. Dazu gehören unter anderem:
- familiäre Traumata
- häusliche Gewalt
- K.-o.-Tropfen
- sexuelle Gewalt
- toxische Männlichkeit
Wie werden die Frauenfiguren gezeigt?
Die weiblichen Rollen sind deutlich vielschichtiger angelegt als in vielen älteren US-College-Formaten. Sie sind nicht bloß Konkurrenzfiguren oder eindimensionale Nebencharaktere, sondern bekommen eigene Konflikte, Perspektiven und Entwicklung.
Und wie sind die Männerfiguren gezeichnet?
Auch klassische Männlichkeitsbilder werden nicht einfach unkritisch reproduziert. Ein Beispiel: Garrett wird von Hannah deutlich zurechtgewiesen, nachdem er auf dem Eis einen Gegner verprügelt und behauptet, er habe sie damit beschützen wollen. Sie macht klar, dass sie weder darum gebeten hat noch dieses Verhalten akzeptiert.
Wie divers oder queer ist die Serie?
Queere Themen spielen in „Off Campus“ eher eine kleinere Rolle. Auch insgesamt ist die Besetzung nicht besonders vielfältig, da die meisten Darstellenden weiß sind. Dennoch vermittelt die Serie grundsätzlich eine offene „Love is Love“-Haltung, wie sie besonders in der Gen Z verbreitet ist. Auffällig ist außerdem die lockere, körperlich vertraute Dynamik unter den männlichen Darstellern im Promo-Material – viel Bromance, viel Nähe, viel Fanservice.
Fazit
„Off Campus“ verbindet Romance, College-Drama, Eishockey, Sex und Social-Media-Ästhetik zu einem Format, das vor allem bei einem jungen Publikum voll ins Schwarze trifft. Der Hype kommt nicht nur von den attraktiven Hauptfiguren, sondern auch von der Mischung aus leichter Unterhaltung, viralem Stil und überraschend ernsten Untertönen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion