Fußball

«Krasse Ansage» – Double-Bayern hängen Wolfsburg ab

4:0 gegen Wolfsburg, Double perfekt: Die Bayern-Frauen feiern – und zeigen brutal deutlich, warum sie aktuell alle abhängen.

15.05.2026, 10:10 Uhr

Bayern-Frauen feiern Double und setzen national weiter den Maßstab

Nach dem erneuten Gewinn von Meisterschaft und Pokal zeigten sich die Fußballerinnen des FC Bayern genauso gelöst wie über weite Strecken der gesamten Spielzeit. Nach dem 4:0 im DFB-Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg ließ sich Torschützin Pernille Harder mit dem schweren Silberpokal entspannt im Kaltwasserbecken fotografieren. Klara Bühl adelte Linda Dallmann mit einem Grinsen zur Stimmungsmacherin der Mannschaft, während Carolin Simon mit auffälliger Sonnenbrille für das passende Siegerbild sorgte. Dallmann rechnete mit einer langen Feier – und womöglich auch mit einer Fortsetzung der Münchner Vormachtstellung im deutschen Frauenfußball.

Der FCB holte den Pokal damit bereits zum dritten Mal und ließ dem direkten Rivalen aus Wolfsburg in dieser Saison kaum eine Chance. Alle vier Pflichtspielduelle gingen an Bayern, in der Bundesliga marschierte das Team souverän vorneweg. Insgesamt kassierten die Münchnerinnen in der gesamten Saison nur zwei Niederlagen – beide gegen den FC Barcelona. Die Frage drängt sich auf: Wer soll diese Mannschaft in Deutschland derzeit ernsthaft gefährden?

Trainer José Barcala blieb auch nach dem Endspiel seiner sachlichen Linie treu. Der 44-Jährige erklärte ausführlich, warum seine Mannschaft trotz eines holprigen Starts am Ende erneut als Sieger vom Platz ging. Bayern habe zwar nicht ideal ins Spiel gefunden und sich Fehler erlaubt, sei aber stabil geblieben, organisiert und kompakt, analysierte der Coach. Genau diese Widerstandsfähigkeit habe den Unterschied ausgemacht.

VfL Wolfsburg - Bayern München
Kapitänin Giulia Gwinn (l) und Elfer-Torschützin Georgia Stanway sind nur zwei von etlichen Bayern-Stars. Quelle: Fabian Strauch/dpa

Wolfsburg sieht Bayern als klare Nummer eins

Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch blickte über das Finale hinaus und sprach offen über die Kräfteverhältnisse. Der FC Bayern sei aktuell die Referenz im deutschen Frauenfußball, sagte er, und verwies auf einen klaren Qualitätsvorsprung. Auch Alexandra Popp, die im Sommer zu Borussia Dortmund wechselt, fand deutliche Worte: München habe Wolfsburg inzwischen überholt.

Vor dem letzten Bundesliga-Spieltag beträgt der Abstand zwischen beiden Teams 16 Punkte. Im Pokalfinale hielt Wolfsburg nur in der ersten Hälfte mit, danach setzte sich Bayern klar ab. Popp machte vor allem die individuelle Klasse als entscheidenden Faktor aus. In München stünden mit Spielerinnen wie Giulia Gwinn, Klara Bühl, Pernille Harder oder auch der verletzten Lena Oberdorf längst viele der größten Namen unter Vertrag.

Junge Bayern-Spielerinnen prägen das Finale

Neben den bekannten Führungsspielerinnen traten in Köln auch die jungen Kräfte stark in Erscheinung. Die 21-jährige Momoko Tanikawa holte den Elfmeter zum wichtigen 1:0 heraus und erzielte später selbst das 3:0. Ebenfalls 21 Jahre alt ist Franziska Kett, die gemeinsam mit Bühl eine herausragende linke Seite bildet. Bühl betonte, wie schwer Bayern zu stoppen sei, wenn die Mannschaft ihre spielerische Qualität und Ruhe am Ball auf den Platz bringe und den Gegner laufen lasse.

Barcala formt aus Stars ein funktionierendes Kollektiv

Dass Bayern nicht nur über starke Einzelspielerinnen verfügt, sondern inzwischen auch als geschlossenes Team auftritt, ist ein großer Verdienst von Barcala. Wolfsburgs Popp hob besonders die Souveränität der Münchnerinnen im Ballbesitz hervor. Bayern finde selbst gegen aggressives Pressing immer wieder Lösungen und erkenne die Räume, die sich im richtigen Moment öffneten.

Wie tief der Kader besetzt ist, zeigte sich auch nach der Pause. Die eingewechselte Arianna Caruso traf mit einem sehenswerten Freistoß zum 4:0-Endstand. Zuvor hatten bereits Harder und Georgia Stanway getroffen. Linda Dallmann verwies darauf, dass Bayern in allen Wettbewerben problemlos rotieren könne, ohne an Qualität zu verlieren. Genau diese Breite und Konstanz seien in Deutschland derzeit kaum ein zweites Mal zu finden.

Unterm Strich unterstrich das Finale vor allem eines: Der FC Bayern ist im deutschen Frauenfußball momentan das Team, an dem alle anderen gemessen werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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