Vincent Kompany nahm es mit Humor, als ihm bei seiner Ankunft in Hongkong ein Irrtum auffiel: Der Bayern-Trainer hatte zunächst gedacht, er kenne das Stadion bereits. "Ich habe zu Stani schon gesagt: Die haben hier aber viel verändert. Dann habe ich gemerkt, dass es ein anderes Stadion ist – jetzt ergibt alles Sinn", sagte Kompany neben Verteidiger Josip Stanisic mit Blick auf das Kai Tak Stadium. Vor mehr als zehn Jahren war er als Kapitän von Manchester City schon einmal in Hongkong im Einsatz gewesen – damals jedoch im rund acht Kilometer entfernten Hong Kong Stadium.
Kompany schürt Erwartungen für die neue Saison
In der erst im vergangenen Jahr eröffneten Arena soll die Asienreise des FC Bayern am Freitag um 14.00 Uhr mit einem Erfolg abgeschlossen werden. Vor dem Testspiel gegen Europa-League-Sieger Aston Villa standen für die Münchner nicht nur PR-Termine und ein öffentliches Training auf dem Programm. Trotz der großen Distanz zur Heimat – rund 9000 Kilometer oder 12,5 Flugstunden – machte Kompany deutlich, wie ambitioniert der deutsche Rekordmeister in die kommende Spielzeit geht.
Nach dem Gewinn des Doubles peilt der Belgier mit Bayern nun das Triple an. Kompany formulierte das Ziel ohne Umschweife: Die Mannschaft wolle die Champions League gewinnen. Daran gebe es keinen Zweifel.
In der vergangenen Saison hatten die Münchner souverän die Meisterschaft geholt und zusätzlich den DFB-Pokal gewonnen. In der Champions League war erst im Halbfinale Endstation, als Bayern knapp am Titelverteidiger und späteren Sieger Paris Saint-Germain scheiterte.

Für Kompany ist die Haltung entscheidend
Trotz der erfolgreichen vergangenen Spielzeit sieht der 40-Jährige weiteres Entwicklungspotenzial. Bayern müsse versuchen, noch besser zu werden, obwohl die Mannschaft bereits auf hohem Niveau gespielt habe. Das sei nicht einfach, weil es nicht nur um Titel gehe, sondern auch um Siege und Tore. Mit 122 Treffern hatten die Münchner in der Vorsaison sogar einen Vereinsrekord aufgestellt.
Für Kompany ist dabei vor allem die Einstellung ausschlaggebend. Nicht die Qualität sei das Hauptthema, sondern die Mentalität – und die müsse unverändert bleiben.
Gleichzeitig betonte er, dass sich der Fokus im Saisonverlauf verändern werde. Jetzt würden die großen Ziele klar benannt, später gehe es dann darum, von Spiel zu Spiel zu denken. Die Champions League werde nicht im September oder Oktober gewonnen, erklärte er. Voraussetzung für Erfolge in Bundesliga, Pokal und Königsklasse sei zudem, dass möglichst alle Spieler fit seien.
Genau das ist aktuell noch nicht der Fall. In München arbeiten Jamal Musiala, Serge Gnabry, Alphonso Davies und Ismael Saibari weiter an ihrem Comeback.
Neuer kehrt gegen Aston Villa zurück
Vor dem Ende der einwöchigen Reise nach Südkorea und Hongkong richtet sich der Blick zunächst auf das Duell mit Aston Villa. Manuel Neuer, der beim 2:1 gegen Jeju eine Pause erhalten hatte, soll dann wieder als Kapitän zwischen die Pfosten zurückkehren. Auch die weiteren WM-Teilnehmer sollen mehr Einsatzzeit bekommen als zuletzt gegen den südkoreanischen Erstligisten.
Kompany erwartet von der Partie wichtige Erkenntnisse über den Fitnesszustand seines Teams. Zugleich sieht er in dem Spiel einen guten Test – gut zwei Wochen vor dem Pflichtspielauftakt der Bayern. Dieser steht am 22. August an, wenn es im Supercup bei Vizemeister Borussia Dortmund um den ersten Titel der neuen Saison geht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber