Fußball

Klopps Transfer-Hammer jagt das wahre Liverpool-Gen

Klopp wirbelt den DFB-Kader auf: Noch vor der offiziellen Bekanntgabe fällt ein Fan-Liebling offenbar seinem radikalen Plan zum Opfer.

16.09.2026, 12:25 Uhr

Klopp vor erster Kaderbekanntgabe: Überraschungen, Abschiede und viele neue Namen

Noch bevor Jürgen Klopp am Donnerstag im DFB-Campus seinen ersten Kader als Bundestrainer offiziell vorstellt, sorgen zahlreiche Berichte und Spekulationen für Aufsehen. Demnach könnte Fan-Liebling Deniz Undav ebenso außen vor bleiben wie Leroy Sané. Auch für Nick Woltemade stehen die Zeichen offenbar nicht besonders gut.

Gleichzeitig tauchen mehrere Namen auf, die bislang kaum jemand mit der Nationalmannschaft in Verbindung gebracht hätte. So sollen Felix Keidel vom Bundesliga-Neuling SV Elversberg und Younes Ebnoutalib von Eintracht Frankfurt gute Chancen auf eine Nominierung haben.

Klopp wird seinen Kader für den Auftakt in der Nations League am Donnerstag um 10.00 Uhr in Frankfurt bekanntgeben. Zum Start warten innerhalb von zehn Tagen vier Partien: gegen die Niederlande, Serbien sowie zweimal gegen Griechenland.

Klopp setzt auf Tempo und Intensität

Schon bei seiner Vorstellung hatte Klopp angekündigt, dass auch Spieler eine Chance erhalten würden, mit denen derzeit kaum jemand rechnet. Offenbar lässt er diesen Worten nun Taten folgen. Nach dem enttäuschenden WM-Verlauf soll ein spürbarer Umbruch eingeleitet werden.

Dabei orientiert sich der neue Bundestrainer offensichtlich an dem Profil, das seine erfolgreichen Liverpool-Teams ausgezeichnet hat: hohes Tempo, enorme Intensität und starke Mentalität. Zwar lassen sich Weltklassespieler wie Mohamed Salah, Roberto Firmino oder Sadio Mané nicht einfach ersetzen, doch Klopp scheint in der Bundesliga einige Akteure entdeckt zu haben, die seiner Vorstellung von dynamischem Fußball nahekommen.

Jürgen Klopp
Jürgen Klopp war in seinen ersten Wochen als Bundestrainer viel unterwegs. (Archivbild) Quelle: Bernd Thissen/dpa

Undav wohl einer der prominenten Verlierer

Zu den auffälligsten möglichen Nichtberücksichtigungen zählt Deniz Undav. Der Angreifer war unter Julian Nagelsmann oft Thema, wurde von den Fans gefeiert und galt lange als belebendes Element. Nun deuten Berichte darauf hin, dass er diesmal nicht dabei ist.

Der Grund liegt wohl im taktischen Ansatz: Für Klopps bevorzugtes 4-3-3 mit viel Wucht und Geschwindigkeit passt ein Stürmertyp wie Undav offenbar nur bedingt ins Konzept. Für den Angreifer wäre das besonders bitter, denn mit neun Treffern in 13 Länderspielen weist er weiterhin eine starke Quote auf.

Beratungen im DFB-Campus

In den vergangenen Tagen soll Klopp gemeinsam mit seinem Trainerteam die letzten Details im DFB-Campus abgestimmt haben. Dass mögliche Personalentscheidungen schon vorab öffentlich wurden, dürfte dem neuen Bundestrainer kaum gefallen haben.

Allerdings ist bei solchen Vorabmeldungen stets Vorsicht geboten. Nicht jede angebliche Nominierung bestätigt sich am Ende. Dennoch verdichten sich die Hinweise, dass etwa Kölns Offensivspieler Said El Mala nun tatsächlich seine Chance erhalten könnte. Auch Ebnoutalib sorgte bereits für Gesprächsstoff, nachdem er bei einem Einkaufsbummel auf seine mögliche Berufung angesprochen wurde und sich sichtbar erfreut zeigte.

Immer mehr Kandidaten für Klopps XXL-Aufgebot

Zuletzt wurde die Liste möglicher Neulinge immer länger. Genannt werden unter anderem Nicolo Tresoldi, Vitaly Janelt, Finn Jeltsch, Dzenan Pejcinovic, Paris Brunner, Philipp Treu und Derry Scherhant. Welche dieser Namen tatsächlich auf der endgültigen Liste stehen, wird sich erst bei Klopps Auftritt in Frankfurt zeigen.

Es wird damit gerechnet, dass der Bundestrainer einen ungewöhnlich großen Kader nominiert — deutlich größer als die 23 Spieler, die laut UEFA-Regeln an einem Spieltag einsatzberechtigt sind. So könnte Klopp verschiedene Optionen testen und zugleich etablierte Kräfte wie Nico Schlotterbeck oder Jamal Musiala nach Belastungspausen behutsam heranführen.

Auf einige Stützen baut Klopp weiter

Trotz des angekündigten Umbruchs gibt es ein Gerüst, das auch unter Klopp Bestand haben dürfte. Dazu zählen Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck, Nathaniel Brown, Kapitän Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic, Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz. Diese Spieler dürften weiterhin eine zentrale Rolle spielen.

Rund um diesen Kern wird es aber wohl deutlich mehr Bewegung geben. Von den 27 Spielern, die zuletzt bei der WM dabei waren, könnte am Ende nur noch etwa die Hälfte erneut berücksichtigt werden.

Erwartungen bewusst gedämpft

Klopp selbst hatte schon vor seinem Amtsantritt davor gewarnt, sofort Wunderdinge zu erwarten. Sein Ziel sei es, realistische Erwartungen zu schaffen, die die Mannschaft erfüllen — im besten Fall sogar übertreffen — könne. Schneller Erfolg sei im Fußball schließlich nie garantiert.

Nach den Rückschlägen der vergangenen Jahre will der neue Bundestrainer zunächst vor allem eine positive Atmosphäre aufbauen. Die Spieler sollen sich wieder freier fühlen, ohne ständig unter dem Eindruck zu stehen, den Ansprüchen nicht zu genügen.

Kimmich als Schlüsselfigur, rechte Abwehrseite offen

Besonders wichtig dürfte dabei Joshua Kimmich werden. Der mit großem Abstand erfahrenste Nationalspieler im aktuellen Kreis soll nach allgemeiner Einschätzung wieder verstärkt im Zentrum eingesetzt werden. Damit stellt sich zugleich die Frage nach einer neuen Lösung auf der rechten Abwehrseite.

Klopp bevorzugt klar die Viererkette, weshalb dieser Posten besondere Bedeutung bekommt. Überraschend fiel in diesem Zusammenhang der Name Felix Keidel. Der 23-Jährige von Elversberg spielte vor nicht allzu langer Zeit noch in der 3. Liga für Ingolstadt. Ob er sofort die erste Wahl wäre, bleibt offen. Auch Josha Vagnoman hat sich zuletzt wieder ins Gespräch gebracht.

Ter Stegen wieder vorne im Tor

Klar scheint zudem die neue Rangordnung im Tor zu sein. Nach Manuel Neuers endgültigem Rücktritt aus der Nationalmannschaft soll Marc-André ter Stegen wieder die Nummer eins werden. Der 34-Jährige bringt Erfahrung mit und steht für die sichere Lösung.

Hinter ihm werden offenbar Alexander Nübel und Finn Dahmen als weitere Torhüter eingeplant. Für Jonas Urbig könnte eine Berufung noch zu früh kommen. Oliver Baumann, der zwischenzeitlich von Neuers Situation profitiert hatte, dürfte diesmal hingegen leer ausgehen.

Spannung vor Klopps erster offizieller Liste

55 Tage nach seiner Präsentation als Bundestrainer wird Klopp nun erstmals konkret zeigen, wie er sich die Zukunft der Nationalmannschaft vorstellt. Viele neue Gesichter, einige prominente Verlierer und ein deutlich erkennbarer Stilwechsel zeichnen sich bereits ab. Die endgültigen Antworten liefert aber erst die offizielle Kaderbekanntgabe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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