Fußball

Kane räumt ab – Auch Kompany und Gwinn ganz vorn

Bayern sahnt bei der Kicker-Wahl alles ab – doch ausgerechnet eine Auszeichnung überrascht selbst die Sieger in München.

23.08.2026, 12:01 Uhr

Kane, Kompany und Gwinn bei Wahl des Jahres ausgezeichnet – Bayern schreibt ein Novum

Harry Kane ist zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt worden. Bei der vom Fachmagazin Kicker organisierten Abstimmung setzte sich der Stürmer des FC Bayern durch. Auch bei den Trainern ging der Titel nach München: Vincent Kompany wurde Trainer des Jahres. Als Fußballerin des Jahres wurde ebenfalls eine Bayern-Spielerin geehrt: Giulia Gwinn.

Damit schrieb der FC Bayern sogar ein kleines Stück Geschichte. Nach Angaben des Clubs kamen Fußballer und Fußballerin des Jahres noch nie zuvor aus demselben Verein. Präsident Herbert Hainer sprach von einem besonderen Moment und betonte, dass Frauen- und Männerfußball gemeinsam Geschichte geschrieben hätten.

Kane erhielt 272 Stimmen und verwies damit seinen französischen Vereinskollegen Michael Olise mit 203 Stimmen auf Rang zwei. Deutlich dahinter folgte Deniz Undav vom VfB Stuttgart mit 61 Stimmen. An der Wahl beteiligten sich 656 Mitglieder des Verbands Deutscher Sportjournalisten. Ausschlaggebend für Kanes Auszeichnung war vor allem seine starke vergangene Saison, in der er für die Münchner in 51 Pflichtspielen 61 Tore erzielte.

Kane nach starker Saison weiter im Fokus

Der englische Nationalspieler hatte bereits vor wenigen Tagen betont, dass es sich um die beste Spielzeit seiner Laufbahn gehandelt habe. Zuvor war er zum zweiten Mal mit dem Goldenen Schuh als erfolgreichster Torjäger Europas geehrt worden. Der frühere Bayern-Angreifer Luca Toni meinte in seiner Laudatio, Kane habe sich inzwischen auch den Ballon d’Or verdient.

Auch aus dem Verein gab es großes Lob. Sportvorstand Max Eberl erklärte, bei Kane gingen einem langsam die Superlative aus. Dass der Stürmer bereits in England und nun auch in Deutschland als Fußballer des Jahres ausgezeichnet worden sei, zeige aus seiner Sicht, dass mit Harry Kane der Erfolg komme.

Kompany klar vorne bei den Trainern

Auch bei der Wahl zum Trainer des Jahres gab es einen eindeutigen Sieger. Vincent Kompany, der mit Bayern das Double gewann, kam auf 314 Stimmen. Hinter ihm landeten Julian Schuster vom SC Freiburg mit 87 Stimmen sowie Sebastian Hoeneß vom VfB Stuttgart mit 53 Stimmen.

Schuster gratulierte dem Belgier und lobte nicht nur dessen sportlichen Erfolg, sondern auch dessen Wirkung auf sein Umfeld. Aus seiner Sicht mache Kompany nicht nur als Trainer einen hervorragenden Job, sondern verbessere auch die Menschen um sich herum.

Gwinn diesmal allein an der Spitze

Bei den Frauen setzte sich Giulia Gwinn durch. Die 27-Jährige hatte sich im Vorjahr den ersten Platz noch mit Nationaltorhüterin Ann-Katrin Berger geteilt, diesmal gewann sie allein. Die Bayern-Verteidigerin erhielt 106 Stimmen und lag damit knapp vor ihrer Teamkollegin Klara Bühl, die auf 94 Stimmen kam. Jule Brand von OL Lyonnes belegte mit 82 Stimmen Rang drei.

Überraschung für Gwinn

Gwinn sprach von einer großen Ehre und einer Bestätigung ihres bisherigen Weges. Mit ihrem Erfolg hatte sie nach eigenen Angaben nicht gerechnet. Ihr erster Gedanke sei gewesen: „Wirklich ich?“

Der Sieg kam auch deshalb etwas unerwartet, weil sie in der vergangenen Saison immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, während Bühl sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalmannschaft überzeugte.

Der frühere Frauen-Bundestrainer Horst Hrubesch hielt die Wahl dennoch für absolut gerechtfertigt. Er hob hervor, dass Gwinn stets klar orientiert sei und ihren Fokus nie verliere.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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