Frühchen nach Enterobacter-Infektion in Paderborner Kinderklinik gestorben
In der Neonatologie der St. Louise Kinderklinik in Paderborn ist ein Frühgeborenes nach einer Infektion mit einem Darmkeim gestorben. Nach Angaben der St. Vincenz Kliniken, zu denen die Frauen- und Kinderklinik zählt, wurde das Enterobacter-Bakterium inzwischen bei insgesamt vier Kindern festgestellt. Als Vorsichtsmaßnahme hat die Klinik die Aufnahme neuer Patientinnen und Patienten vorerst gestoppt.
Wie die Klinik weiter mitteilte, entwickelten zwei der betroffenen Frühchen eine schwere Sepsis. Eines der Kinder starb bereits am Dienstag trotz intensiver medizinischer Behandlung. Der Zustand des zweiten zunächst lebensbedrohlich erkrankten Kindes habe sich bis Sonntagmorgen stabilisiert.
Die Laborergebnisse zu den Infektionen lagen den Angaben zufolge erst am Donnerstag vor. Die beiden weiteren Kinder, bei denen der Erreger ebenfalls nachgewiesen wurde, zeigen demnach bislang keine Symptome.
Keim kann für besonders gefährdete Patienten riskant sein
Nach Informationen des Bundesamts für Risikobewertung zählen Enterobacter-Bakterien grundsätzlich zur normalen Darmflora. Bestimmte Arten können jedoch Infektionen verursachen und gelten seit Jahren als bedeutende Auslöser von Krankenhausinfektionen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder allgemein hoher gesundheitlicher Anfälligkeit. Laut Klinik handelt es sich bei dem nachgewiesenen Erreger nicht um einen multiresistenten Keim.
Wegen der Häufung der Fälle hat das Krankenhaus seine Hygiene- und Schutzvorkehrungen nach eigenen Angaben deutlich verschärft. Zudem werden aktuell nur noch Notfälle aufgenommen. Gleichzeitig wird intensiv nach einer möglichen Quelle und nach Übertragungswegen gesucht. Auch das zuständige Gesundheitsamt ist in die Untersuchungen eingebunden.
Die Klinikleitung sprach den Eltern und Angehörigen des verstorbenen Kindes ihr tiefes Mitgefühl aus. Die Geschäftsführer Markus Funk und Schwester Bernadette M. Putz erklärten, der Todesfall habe das Haus schwer getroffen. Zugleich liege der Fokus nun auf der Behandlung des weiterhin erkrankten Kindes sowie auf der konsequenten Eindämmung des Geschehens.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber