Fußball

Jahrelange Schwarzarbeit: Jetzt zahlt der Fußballverein

Offiziell Minijob, heimlich Bargeld: Jetzt fliegt das dubiose System eines Regionalligisten auf - mit harten Folgen.

24.07.2026, 15:45 Uhr

Haft- und Geldstrafen nach Schwarzgeld-Affäre beim TSV Aubstadt

Wegen über Jahre andauernder Verstöße im Umgang mit Schwarzgeld sind mehrere Verantwortliche des bayerischen Regionalligisten TSV Aubstadt verurteilt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Würzburg sprach das Amtsgericht Würzburg Freiheitsstrafen von jeweils einem Jahr aus, die zur Bewährung für zwei Jahre ausgesetzt wurden. Zusätzlich wurden Geldstrafen zwischen 90 und 300 Tagessätzen verhängt. Die Urteile sind bereits rechtskräftig.

Der Verein bestätigte die Angaben und räumte Fehler ein. In einer Stellungnahme erklärte der TSV Aubstadt, man bedaure die festgestellten Pflichtverletzungen ausdrücklich. Die Vorgänge seien umfassend aufgearbeitet worden, zudem habe der Club organisatorische und strukturelle Änderungen vorgenommen.

Ermittlungen nach Razzia in mehr als 60 Objekten

Nach Darstellung von Staatsanwaltschaft und Hauptzollamt Schweinfurt lief beim Verein zwischen 2018 und 2023 ein illegales Vergütungssystem für die erste Männermannschaft. Demnach waren Spieler offiziell lediglich als Minijobber gemeldet, erhielten tatsächlich aber deutlich höhere Beträge. Dazu zählten unter anderem Handgelder sowie Barprämien für Einsätze und Siege, die nicht ordnungsgemäß angemeldet wurden.

Im Mai 2023 durchsuchten Ermittler mehr als 60 Wohn- und Geschäftsräume. Dabei wurden unter anderem 20 Mobiltelefone und weitere digitale Geräte sichergestellt. Auf dieser Grundlage konnte nachverfolgt werden, wie die Zahlungen abgewickelt wurden. Laut Staatsanwaltschaft entstand den Sozialkassen ein Schaden von rund 1,13 Millionen Euro. Zudem wurden Steuern in sechsstelliger Höhe nicht abgeführt.

TSV Aubstadt
Unter anderem wegen Schwarzarbeit gab es empfindliche Strafen gegen die Verantwortlichen des TSV Aubstadt. (Archivbild) Quelle: Pia Bayer/dpa

Beiträge und Steuern inzwischen beglichen

Sowohl die Ermittlungsbehörden als auch der Verein betonten, dass die nun verurteilten Personen seit den Durchsuchungen kooperativ gewesen seien und die Vorwürfe eingeräumt hätten. Nach Vereinsangaben wurden sowohl die ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge als auch die offenen Steuern vollständig nachgezahlt. Auch die finanziellen Folgen des Verfahrens seien komplett erfüllt worden.

Als Reaktion auf die Affäre stellte sich der Club nach eigenen Angaben neu auf. Zur Betreuung des semiprofessionellen Fußballbetriebs wurde eine GmbH gegründet. Diese ist nun unter anderem für die Regionalligamannschaft, Vermarktung, Sponsoring, Ticketing und Merchandising zuständig.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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