Hainer betont gesellschaftliche Rolle des Sports bei Empfang in der Staatskanzlei
Bei einem Empfang von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer die verbindende Wirkung des Sports in schwierigen gesellschaftlichen Zeiten hervorgehoben. In der Staatskanzlei erklärte Hainer, man dürfe den Blick nicht nur auf das Spielfeld richten, sondern müsse auch die Entwicklungen in der Gesellschaft im Auge behalten.
Klare Haltung des FC Bayern
Mit Blick auf die aktuelle Stimmung im Land sagte der 72-Jährige, in Teilen Deutschlands entstehe mitunter der Eindruck, als sei das Schüren von Ablehnung gegen demokratische Institutionen, politische Verantwortungsträger und gemeinsame gesellschaftliche Werte beinahe salonfähig geworden. Dazu stellte Hainer unmissverständlich klar, dass der FC Bayern für eine solche Haltung nicht stehe.
Würdigung einer historischen Saison
Anlass des Empfangs in der Bayerischen Staatskanzlei waren die sportlichen Erfolge des Vereins. Sowohl die Männer- als auch die Frauenmannschaft gewannen in der Saison 2025/26 Meisterschaft und Pokal. In der Champions League war für beide Teams jeweils im Halbfinale Schluss. Für den Club bedeutete das dennoch ein Novum: Erstmals gelang in der Vereinsgeschichte beiden Teams in derselben Spielzeit das Double.
Sport als Beispiel für Zusammenhalt
Hainer betonte, dass Sport politische Aufgaben nicht übernehmen könne. Dennoch könne er vorleben, wie Gemeinschaft funktioniere. Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln, Religionen, Sprachen und Lebenswegen arbeiteten dort gemeinsam auf ein Ziel hin. Sie würden zusammen Erfolge feiern, Niederlagen gemeinsam tragen und damit zeigen, dass Teamgeist nichts mit Herkunft, Glauben oder sexueller Orientierung zu tun habe.

Zugleich unterstrich Hainer, im Sport werde besonders sichtbar, was Vielfalt für eine Gesellschaft bedeute. Menschen verschiedenster Kulturen, Hautfarben und Überzeugungen kämen dort zusammen. Genau darin liege ein Beispiel dafür, wie Zusammenleben gelingen könne. Diesen Geist wünsche er sich gerade in der aktuellen Zeit — in Deutschland ebenso wie weltweit.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber