Ein uriges Wirtshaus, lockere Gespräche am Stammtisch und daraus entstand einst die Kabarettsendung „Ottis Schlachthof“. Auch 30 Jahre später diskutiert dort noch immer eine bissige Runde über aktuelle Entwicklungen in Politik und Gesellschaft. Zum runden Jubiläum zeigt der Bayerische Rundfunk am Donnerstagabend eine besondere Ausgabe.
Jubiläum für einen TV-Klassiker
Die Sendung gehört seit Langem zu den festen Größen des deutschen Fernseh-Kabaretts. Ins Leben gerufen wurde sie von Ottfried „Otti“ Fischer, der in der Jubiläumsshow herzlich empfangen wird und anschließend im Publikum Platz nimmt. Während zu Beginn noch Laiendarsteller dabei waren, wurde das Wirtshaus rasch zu einem wichtigen Treffpunkt der Kabarettszene.
Seit 2013 prägen Michael Altinger und Christian Springer das Format. In der 90-minütigen Sondersendung schauen die beiden Gastgeber, diesmal im Smoking und erstmals mit musikalischer Begleitung durch eine Band, auf die Geschichte des Formats zurück. Aufgezeichnet wird weiterhin im echten „Wirtshaus im Schlachthof“ in München.
Viele bekannte Namen am Tresen
Mit dabei sind zahlreiche prominente Vertreterinnen und Vertreter des bayerischen Kabaretts, darunter Luise Kinseher, Günter Grünwald, Alfred Dorfer, Constanze Lindner, Maxi Schafroth und Berni Wagner. Außerdem treten Teresa Reichl als „Zwischenruferin“ und Martin Frank als „Archivar“ auf, der mit Geschichten und Erinnerungen aus vergangenen Jahren aufwartet.
Politik und Gesellschaft im Fokus
In gewohnt zugespitzter Form nimmt die Runde Themen aufs Korn, die derzeit viele Menschen beschäftigen. Dazu zählen unter anderem der Klimawandel, das AfD-Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt sowie die Bundesregierung. Am Tresen ist man sich sicher: Stoff für Diskussionen wird dem „Schlachthof“ so schnell nicht ausgehen.

BR-Kulturprogrammdirektor Björn Wilhelm betont, gerade in schwierigen Zeiten sei es besonders wertvoll, eine Sendung zu haben, die der Gesellschaft den Spiegel vorhalte und zum Nachdenken anrege. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks schalten regelmäßig bis zu 500.000 Zuschauerinnen und Zuschauer ein.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber