Fußball

Bericht: Wales verweigert Infantino die Wiederwahl

Nach dem Investoren-Eklat bröckelt Infantinos Macht: Wales entzieht dem FIFA-Boss überraschend die Unterstützung.

03.08.2026, 08:48 Uhr

Wales hat als erster einzelner Fußball-Verband öffentlich seine Unterstützung für eine erneute Wahl von Gianni Infantino zum FIFA-Präsidenten im kommenden Jahr zurückgezogen. Nach Angaben von Sky News begründete der walisische Verband FAW diesen Schritt mit jüngsten Defiziten bei verantwortungsvoller Verbandsführung, Entscheidungsprozessen, Führung, Werten, dem Umgang mit Interessengruppen, der Kommunikation und dem Urteilsvermögen. Dadurch habe Infantino das Vertrauen des FAW verloren, weiterhin an der Spitze des Weltfußballs zu stehen.

Der Verband, der 2028 Mitgastgeber der Europameisterschaft im Vereinigten Königreich und in Irland ist, teilte der FIFA demnach auch schriftlich mit, dass er Infantinos Kandidatur für eine weitere Amtszeit von 2027 bis 2031 nicht mehr unterstützt. Für den FAW sei es nicht akzeptabel, wenn das Wohl des Fußballs nicht an erster Stelle stehe.

Serbien will eine „neue Führung“

Kurz darauf entzog auch der serbische Verband Infantino seine Unterstützung. Nach dessen Darstellung brauche es in der aktuellen Lage „neues Vertrauen, einen neuen Ansatz und eine neue Führung“, um Dialog, Geschlossenheit und die Glaubwürdigkeit der internationalen Fußball-Institutionen wiederherzustellen.

Medienberichten zufolge arbeitete auch Englands Verband zuletzt an einem entsprechenden Schreiben an die FIFA-Spitze.

FIFA-Wahl 2027 in Marokko

Infantino hatte zuvor Pläne nach massivem Widerstand aufgegeben, Teile der kommerziellen FIFA-Rechte – etwa rund um die Weltmeisterschaft – zu verkaufen, um damit eine Milliardensumme zu erlösen. Vor allem aus Europa hatte es dafür deutliche Kritik gegeben. Auch die UEFA, der Wales angehört, ging den Schweizer anschließend scharf an. Seit Längerem wird daher über Infantinos Zukunft an der Spitze des Weltverbands diskutiert.

Im kommenden Jahr steht die Wahl des FIFA-Präsidenten an. Wenn alles planmäßig verläuft, will sich Infantino am 18. März 2027 beim 77. FIFA-Kongress in Rabat in Marokko gemäß den Statuten ein letztes Mal für eine vierjährige Amtszeit wählen lassen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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