Fußball

«Alles erfunden»? FIFA kontert Infantino-Bericht

Trump-Anruf in der FIFA-Krise? Jetzt weist der Weltverband brisante Berichte energisch zurück.

04.08.2026, 10:18 Uhr

Der Fußball-Weltverband FIFA hat Berichte entschieden zurückgewiesen, wonach Präsident Gianni Infantino zuletzt versucht haben soll, Donald Trump oder Mitglieder der US-Regierung zu erreichen. Auf X erklärte die FIFA-Medienabteilung, Infantino habe in den vergangenen Tagen weder mit dem US-Präsidenten noch mit jemandem aus dessen Kabinett telefoniert. Die entsprechenden Behauptungen seien „frei erfunden“.

Hintergrund sind Berichte der britischen Times und der New York Post. Demnach soll Infantino nach dem Scheitern seines milliardenschweren Investorendeals und angesichts wachsender Kritik an seiner Führung nach politischer Rückendeckung gesucht haben. Laut New York Post kam ein seit Freitag geplantes Telefonat mit Trump jedoch nie zustande. Auch ein angeblicher Versuch, stattdessen ein Kabinettsmitglied zu erreichen, sowie ein behauptetes Krisentreffen mit US-Außenminister Marco Rubio am Montag wurden dem Bericht zufolge nicht bestätigt; ein Diplomat wies dies demnach umgehend zurück.

Die New York Post hatte sich dabei auf eine anonyme Quelle berufen. Infantino fühle sich wegen der vielen negativen Schlagzeilen „isoliert“ und suche einflussreiche Verbündete, die ihn öffentlich unterstützen, hieß es dort. Die FIFA reagierte darauf scharf und bezog ihr Dementi ausdrücklich auch auf den Bericht der Times.

Trump hatte sich bereits am Freitag selbst zu dem Thema geäußert. Noch bevor Infantino seine Pläne zum Verkauf von WM-Rechten an private Investoren wieder einkassieren musste, sagte der US-Präsident bei einer Kabinettssitzung in Camp David, er habe mit dem FIFA-Chef nicht über das Vorhaben gesprochen.

Besonders heikel ist die Sache auch wegen der Verbindungen ins Umfeld Trumps: Nach bereits bekannten Informationen sollte Technologieinvestor Joshua Kushner mit seiner Firma Thrive eine Schlüsselrolle bei dem inzwischen gescheiterten Deal spielen. Kushner ist der Bruder von Jared Kushner, dem Ehemann von Trumps Tochter Ivanka.

Enge Beziehung zwischen Trump und Infantino

Unabhängig von den nun dementierten Kontaktversuchen gilt das Verhältnis zwischen Infantino und Trump seit Jahren als ungewöhnlich eng. Nach der Vergabe der Fußball-WM 2026 an die USA, Kanada und Mexiko scherzte Infantino 2018 auf die Frage nach einem Anruf Trumps, er habe „acht Anrufe in Abwesenheit“ gehabt und wisse nicht, ob einer davon vom US-Präsidenten gewesen sei.

Wenig später besuchte Infantino Trump im Weißen Haus und überreichte ihm ein Trikot mit der Nummer 26 sowie Gelbe und Rote Karten. Trump bezeichnete den FIFA-Präsidenten später öffentlich als „großartigen Freund“.

Auch 2025 traten beide mehrfach gemeinsam auf. Infantino war bei Trumps zweiter Amtseinführung dabei und begleitete ihn später auf eine Reise nach Saudi-Arabien und Katar. Im selben Sommer überreichten beide gemeinsam den WM-Pokal. Zudem hatte sich Infantino im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt sogar für einen Friedensnobelpreis für Trump ausgesprochen und angekündigt, ihm einen eigens geschaffenen FIFA-Friedenspreis zu überreichen. Ein unbestätigter Bericht der New York Post behauptete sogar, Trump habe im Gegenzug erwogen, Infantino als künftigen UN-Generalsekretär ins Gespräch zu bringen.

Druck auf den FIFA-Präsidenten wächst

Fest steht: Infantino steht nach dem geplatzten Investorendeal massiv unter Druck. Zwar erhält er weiterhin Rückhalt aus Teilen der Verbände, zugleich formiert sich aber Widerstand. Die Europäische Fußball-Union UEFA droht im Zusammenhang mit dem gescheiterten Vorhaben mit rechtlichen Schritten und will eine Wiederwahl Infantinos im Jahr 2027 verhindern.

Zusätzlichen Einblick in die angespannte Lage liefert laut Sky News eine interne Mail von FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström an die Mitarbeiter. Darin sei von einer „traurigen und tadelnswerten Reihe von Ereignissen“ die Rede. Die Belegschaft sei in einen Aufruhr geraten, der schwer zu begreifen und zu akzeptieren sei. Grafström betonte demnach zugleich, seine Tür stehe offen und er werde Teams, Arbeit und Mission des Verbandes weiter unterstützen. Beobachter werteten das teils bereits als mögliches Signal im Machtkampf an der FIFA-Spitze.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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