TSV 1860 startet ohne Löwen-Wappen und mit Kayabunar als Cheftrainer in die Regionalliga-Saison
Der TSV 1860 München geht zum Auftakt der neuen Regionalliga-Spielzeit vorerst ohne sein traditionelles Vereinswappen an den Start. Wegen eines Markenstreits mit dem langjährigen Investor Hasan Ismaik verzichtet der Club zunächst auf das bekannte schwarz-weiße Logo mit dem Löwen. Das teilte der Verein am Wochenende mit.
Zugleich setzt 1860 sportlich auf Kontinuität an der Seitenlinie: Alper Kayabunar wurde nach seiner Zeit als Interimscoach nun dauerhaft zum Cheftrainer befördert. Der TSV, der sich von Ismaik lösen will und dafür zuletzt eine neue Spielbetriebs-GmbH gegründet hatte, geht damit mit einer Übergangslösung beim Wappen, aber einer festen Lösung auf der Trainerbank in die Saison.
Historisches FA-Wappen als Zwischenlösung
Nach Angaben des Vereins wird übergangsweise das historische FA-Wappen verwendet. Der Löwe soll erst dann wieder als offizielles Emblem zurückkehren, wenn die rechtlichen Voraussetzungen dafür vollständig geklärt sind.
Hintergrund sind weiter offene Rechtsfragen rund um die 1860 GmbH & Co. KGaA. Diese Gesellschaft hatte den Spielbetrieb bislang gemeinsam mit dem Stammverein und Hasan Ismaik getragen, musste zuletzt jedoch Insolvenz anmelden. Nun befasst sich ein Insolvenzverwalter mit der Frage, ob und in welcher Form die KGaA abgewickelt werden kann.
Die Merchandising-Rechte am bisherigen Löwen-Logo liegen weiterhin bei Ismaik. Zwar darf 1860 das Emblem grundsätzlich nutzen, Einnahmen etwa aus Trikot- oder Fanartikelverkäufen wären damit aber nicht möglich. Deshalb greift der Club zunächst auf ein altes ovales Zeichen zurück, auf dem unter anderem die Zahl 1860 und die Buchstaben FA für Fußballabteilung zu sehen sind. Dieses Wappen war bereits vor mehr als 100 Jahren in Gebrauch.
Erstes Pflichtspiel im Übergangstrikot
Wie lange die Übergangsphase dauern wird, ist offen. Beim TSV läuft derzeit vieles kurzfristig und improvisiert. Da ein neuer Ausrüster die frischen Trikots erst produziert, wird die Mannschaft beim ersten Pflichtspiel der Saison am Dienstag um 18.30 Uhr in einem provisorischen Trikot auflaufen. Beim Erstrundenspiel im Toto-Pokal bei Eintracht Berglern nahe dem Münchner Flughafen wird das Dress weder einen Ausrüster noch einen Sponsor tragen.
Kayabunar und Saller bleiben bis 2028
Während sich rund um Wappen und Gesellschaftsstruktur vieles verändert, hat der Verein bei der sportlichen Führung eine klare Entscheidung getroffen: Alper Kayabunar bleibt Cheftrainer und soll die Löwen zurück in die 3. Liga führen. Der 40-Jährige hatte die Mannschaft bereits seit dem Trainingsstart betreut.
Auch Vincent Saller, zuvor Co-Trainer der U21, rückt mit zur ersten Mannschaft auf. Beide erhielten Verträge bis 2028. Geschäftsführer Thomas Probst begründete die Entscheidung mit den starken Leistungen des Trainerduos in der vergangenen Saison in der Bayernliga Süd sowie den Eindrücken aus der Vorbereitung.
Niederlechner verlängert um ein Jahr
Trotz des Umbruchs gibt es auch im Kader personelle Kontinuität: Florian Niederlechner bleibt beim TSV 1860. Der erfahrene Angreifer hat seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert und soll dem jungen Team mit seiner Erfahrung helfen.
Der 35-Jährige betonte, seine Aufgabe bei den Löwen sei noch nicht beendet. Schon bei seiner vorherigen Verlängerung habe er gesagt, dass seine Zeit beim Club noch nicht vorbei sei und er noch weitere Tore für 1860 erzielen wolle.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber