DEL-Chef Tripcke rügt NHL-Pläne für Spiele in Deutschland
Kurz vor dem Start der neuen Eishockey-Saison hat DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke deutliche Kritik an der NHL geäußert. Besonders die Ansetzung der Spiele der Ottawa Senators um Tim Stützle gegen die Chicago Blackhawks im Dezember in Düsseldorf stößt ihm auf. Die Partien sind für den 18. und 20. Dezember geplant – also mitten in einer Phase, die traditionell besonders viele Zuschauer anzieht.
Tripcke bemängelte vor allem das Vorgehen der nordamerikanischen Liga. Die NHL habe die Begegnungen angekündigt, ohne sich zuvor mit den deutschen Clubs, der DEL oder dem Deutschen Eishockey-Bund abzustimmen. Aus seiner Sicht wirkt sich das auf die Terminplanung von insgesamt 28 Profivereinen in Deutschland aus. Sein Fazit: So müsse man nicht vorgehen, das ließe sich deutlich besser lösen.
Sorge vor wirtschaftlichen Nachteilen für deutsche Vereine
Nach Einschätzung des DEL-Chefs könnten die NHL-Spiele auch finanzielle Folgen haben. Da die Düsseldorfer EG ihre Arena in diesem Zeitraum nicht für eigene Heimspiele nutzen kann, drohen ausgerechnet in der zuschauerstarken Vorweihnachtszeit wichtige Einnahmen wegzufallen.
Hinzu kommt, dass die NHL-Termine auf reguläre Spieltage in DEL und DEL2 fallen. Tripcke befürchtet deshalb weniger Aufmerksamkeit für die deutschen Ligen – sowohl in den Hallen als auch bei den TV-Zuschauern.
Er appellierte an die Verantwortlichen, künftig eine Lösung zu finden, von der beide Seiten profitieren. Bislang wirke das Vorgehen der NHL losgelöst vom deutschen Eishockey. Dabei seien die Kontakte nach Nordamerika grundsätzlich gut, erklärte Tripcke. Es gebe viele Gespräche und auch freundschaftliche Verbindungen. Problematisch sei jedoch, dass am Ende internationale Großvermarkter die Umsetzung bestimmten.

Nach Ankündigungen kein weiterer Austausch
Die NHL hatte zunächst die Spiele in Düsseldorf bekanntgegeben. Später folgten Ankündigungen für weitere Begegnungen in Deutschland: 2027 sollen die Edmonton Oilers mit Leon Draisaitl in Köln antreten, außerdem sind Spiele der Boston Bruins mit JJ Peterka in München vorgesehen. Insgesamt sollen über mindestens drei Jahre hinweg reguläre NHL-Partien in Deutschland stattfinden.
Tripcke kritisierte, dass es selbst nach den Bekanntgaben für München und Köln keinen neuen Kontakt gegeben habe. Nach seinen Worten sei seitdem nichts weiter passiert. Auch vom langfristigen Nutzen der hohen Investitionen der NHL zeigt er sich skeptisch. Er wisse nicht, welche Maßnahmen rund um die Spiele konkret geplant seien.
DEL startet am Donnerstag in die neue Saison
Die neue DEL-Spielzeit beginnt am Donnerstag um 19.30 Uhr. Zum Auftakt trifft Titelverteidiger Eisbären Berlin auf die Straubing Tigers. Die Partie wird frei empfangbar bei MagentaSport übertragen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber