SC Magdeburg feiert vorzeitig die Meisterschaft
Nach dem entscheidenden Erfolg bekam Trainer Bennet Wiegert zunächst eine Bierdusche ab, anschließend kannte die Party beim SC Magdeburg kein Halten mehr. Bis spät in die Nacht feierten die Handballer ihren vorzeitig gesicherten Meistertitel ausgelassen mit reichlich Kaltgetränken. Für Wiegert hat dieser Triumph einen besonderen Stellenwert: „Diese Meisterschaft bedeutet enorm viel. Das ist ein großartiger Moment, auf den wir alle stolz sein können.“
Direkt nach dem packenden 31:30 gegen die SG Flensburg-Handewitt hatte der Coach seinen Spielern freie Bahn zum Feiern gegeben. In den Katakomben der Arena machte er klar, dass die Mannschaft den Abend genießen solle und er sich einfach mitziehen lasse.
Obwohl angesichts des deutlichen Vorsprungs in der Tabelle kaum noch Zweifel am Titel bestanden, war die Erleichterung beim 44-Jährigen deutlich spürbar. Besonders zufrieden war Wiegert damit, dass sein Team die erste Gelegenheit zum Titelgewinn sofort nutzte. Die Mannschaft habe unbedingt Nägel mit Köpfen machen wollen und sich diese Belohnung verdient.
SCM dominiert die Bundesliga
Mit Spielern wie den isländischen Rückraumkräften Gisli Kristjansson und Omar Ingi Magnusson prägte Magdeburg die Saison in der Bundesliga. Vor allem mit seinem schnellen und druckvollen Spiel setzte sich der SCM deutlich von der Konkurrenz ab, darunter auch vom entthronten Titelverteidiger Füchse Berlin.
Die Bilanz unterstreicht die Konstanz der Mannschaft: nur zwei Unentschieden und eine einzige Niederlage, beim 29:31 in Kiel. Wiegert lobte den Auftritt seines Teams über die gesamte Spielzeit hinweg und betonte, dass seine Spieler jedes Match mit voller Überzeugung angehen und immer gewinnen wollen.

Wiegert als Schlüsselfigur des Aufschwungs
Einen großen Anteil am Erfolg hat der Trainer selbst. Seit Bennet Wiegert im Dezember 2015 beim SC Magdeburg übernahm, hat der Traditionsclub eine eindrucksvolle Entwicklung genommen. Der frühere Profi, der zugleich als Sport-Geschäftsführer arbeitet, führte den Verein aus dem Mittelmaß zurück an die nationale und internationale Spitze.
In den vergangenen zehn Jahren sammelte der SCM insgesamt elf Titel. Co-Trainer Yves Grafenhorst hatte zuletzt bereits hervorgehoben, wie außergewöhnlich die Erfolgsserie unter Wiegert sei und dass man hoffe, noch lange auf dieser Welle zu reiten.
Mit der jüngsten Meisterschaft wächst der Trophäenschrank des Vereins weiter. Für Wiegert sind genau solche Erlebnisse der Antrieb, weiterzumachen. Der Coach genoss es sichtlich, diesen vierten gesamtdeutschen Titel nach 2001, 2022 und 2024 gemeinsam mit seiner Mannschaft zu feiern. Zugleich richtete er einen ausdrücklichen Dank an alle Mitarbeiter und Fans, die täglich für den SC Magdeburg arbeiten und den Club mittragen.
Tim Hornke hofft auf das Double
Auch Rechtsaußen Tim Hornke zeigte sich nach dem Titelgewinn bewegt. Für den 35-Jährigen, der seine Karriere Ende Juni beendet, hat dieser Triumph eine besondere Bedeutung. Er sprach von Erleichterung und Freude, weil es für ihn die letzte Möglichkeit gewesen sei, noch einmal deutscher Meister zu werden.
Mit Blick auf das Champions-League-Finalturnier Mitte Juni in Köln machte Hornke zudem klar, dass der SCM noch nicht satt ist. Vielleicht komme noch ein weiterer Titel hinzu, sagte der Routinier, und dafür werde die Mannschaft alles investieren.
Champions League rückt später in den Fokus
Wiegert selbst wollte vom Kampf um den nächsten Königsklassen-Triumph zunächst noch nichts wissen. In den kommenden zwei Wochen, so der Trainer, werde die Champions League keine Rolle spielen. Zunächst stehen für den bereits feststehenden Meister noch drei Bundesligaspiele an, sportlich jedoch ohne größere Bedeutung: bei den Rhein-Neckar Löwen, beim VfL Gummersbach und abschließend bei der HSG Wetzlar.
Danach richtet sich der Blick nach Köln. Im Halbfinale der Champions League wartet dort eine Neuauflage des Endspiels aus dem Vorjahr gegen die Füchse Berlin. Wiegert kündigte an, dass sich sein Team rechtzeitig auf diese Aufgabe vorbereiten werde. Bis dahin darf in Magdeburg aber erst einmal ausgiebig gefeiert werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion