Bamberg signalisiert Gesprächsbereitschaft bei Trainerfrage um Anton Gavel
Im Ringen um die Zukunft von Anton Gavel haben die Bamberg Baskets ihre Bereitschaft zu Verhandlungen unterstrichen. Geschäftsführer Philipp Höhne erklärte, der Club strebe eine faire Einigung für alle Beteiligten an. Zugleich machte er deutlich, dass vor allem der Trainer selbst unter der aktuellen Situation leide.
Gavel war 2024 von Ratiopharm Ulm nach Bamberg gewechselt und führte das Team im Februar zum Pokalsieg. Der 41-Jährige kennt den Standort bestens: Bereits zwischen 2009 und 2014 stand der gebürtige Slowake als Profi für Bamberg auf dem Parkett, ehe er zum FC Bayern ging. In München wird er nun als möglicher Nachfolger von Svetislav Pesic gehandelt.
Höhne lobte Gavels Entwicklung sowohl als Spieler als auch als Coach. Nach der starken Saison sei das Interesse von Euroleague-Clubs keine Überraschung. Ebenso nachvollziehbar sei, dass Gavel als Trainer den nächsten Schritt auf höchstem europäischem Niveau anstrebe. Bamberg habe daher von Beginn an klargemacht, einem Wechsel grundsätzlich nicht im Weg stehen zu wollen – vorausgesetzt, es gebe eine aus Sicht des Clubs akzeptable Lösung.
Bamberg kritisiert Vorgehen scharf
Nach Angaben Höhnes liegt eine solche Einigung bislang jedoch nicht auf dem Tisch. Vielmehr sei bislang kein Vorschlag eingegangen, der auch nur annähernd tragbar wäre. Stattdessen werde offenbar versucht, mit rechtlichen Kniffen aus dem laufenden Vertrag herauszukommen.
Gavels Kontrakt in Bamberg ist befristet und läuft noch über die kommende Saison. Nach Clubangaben enthält die Vereinbarung keine Ausstiegsklausel.

Stoschek macht Interna öffentlich
Zusätzliche Brisanz bekam der Fall durch Aussagen von Bambergs Gesellschafter Michael Stoschek, der sich in Medienberichten öffentlich äußerte. Demnach wolle Gavel den Pokalsieger sofort verlassen und nach München wechseln. Außerdem habe der Trainer bereits eine Kündigung eingereicht.
Bayern-Präsident Herbert Hainer, den Stoschek in diesem Zusammenhang kritisierte, wollte sich bei einem Termin in München nicht zu dem Thema äußern.
Nach Darstellung Stoscheks beruft sich Gavel auf einen Formfehler in seinem bis Sommer 2027 datierten Vertrag. Konkret gehe es darum, dass eine digitale Unterschrift nicht schriftlich bestätigt worden sei und der Vertrag deshalb anfechtbar sein könnte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion