Die norwegische Nobelkommission gibt heute um 11.00 Uhr bekannt, wer in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhält. Insgesamt standen 287 Vorschläge auf der Liste, darunter 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen.
Auch US-Präsident Donald Trump soll erneut zu den Nominierten zählen. Dass er die Auszeichnung bekommt, die als eine der bedeutendsten weltweit gilt, erscheint aber ähnlich unwahrscheinlich wie im vergangenen Jahr. Damals ging der Preis an die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado. Sie widmete die Ehrung zwar Trump und überließ ihm ihre Medaille, doch nach den Nobel-Statuten kann der Preis offiziell nicht übertragen werden.
Chancen für humanitäre Initiativen
Beobachter gehen davon aus, dass die Jury diesmal eher auf weniger umstrittene Namen setzen könnte, um neue Debatten zu vermeiden. Der Prio-Direktor Haakon Gjerløw betonte, die Welt müsse gerade jetzt daran erinnert werden, wie wichtig Zusammenarbeit sei. Angesichts zahlreicher Konflikte werde besonders deutlich, welche Folgen Kriege haben und was verloren gehe, wenn internationale Kooperation zerbreche.
Als mögliche Favoriten gelten deshalb humanitäre Akteure wie Kinderhilfswerke etwa Save the Children oder die Emergency Response Rooms im Sudan. Diese lokalen Netzwerke organisieren seit Kriegsbeginn Hilfe in Form von Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und Notunterkünften.
Der Friedensnobelpreis ist in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen ausgestattet. Das sind eine Million Kronen mehr als im Vorjahr und entspricht etwas mehr als einer Million Euro.

Bereits seit Montag wurden die Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur bekanntgegeben. Unter den drei Geehrten im Bereich Medizin sind mit Peter Hegemann und Georg Nagel auch zwei Forscher aus Deutschland. Der Literaturpreis ging in diesem Jahr an die Kanadierin Anne Carson.
Weitere Bekanntgabe in der kommenden Woche
Am Montag wird noch der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel verliehen. Formal zählt diese Auszeichnung nicht zu den ursprünglichen Nobelpreisen, da sie nicht auf Alfred Nobels Testament zurückgeht. Traditionell wird sie aber im Rahmen der Nobelpreiswoche vergeben.
Die feierliche Übergabe aller Preise findet am 10. Dezember statt, dem Todestag von Alfred Nobel. Eine Besonderheit gibt es beim Friedensnobelpreis: Er wird nicht in Stockholm, sondern seit 1901 in Oslo überreicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber