CSU in Bayern weiter klar vorne, verliert aber leicht
Trotz des bundesweiten Stimmungstiefs der Union bleibt die CSU im aktuellen Bayerntrend mit deutlichem Vorsprung stärkste Kraft. In der kurz vor dem CSU-Parteitag veröffentlichten Erhebung des Bayerischen Rundfunks erreicht sie 36 Prozent und damit drei Punkte weniger als noch im Januar.
Zulegen konnten dagegen AfD und Grüne: Beide gewinnen seit der letzten Befragung jeweils zwei Prozentpunkte. Die AfD käme derzeit auf 21 Prozent, die Grünen auf 15 Prozent. Unverändert bleiben die Freien Wähler bei 9 Prozent sowie die SPD bei 8 Prozent. Die Linke verbessert sich leicht auf 4 Prozent.
Große Zustimmung für Ilse Aigner
Parteiübergreifend fällt die Unterstützung für eine mögliche Kandidatur von Landtagspräsidentin Ilse Aigner für das Amt der Bundespräsidentin hoch aus. 59 Prozent der Befragten halten sie für eine gute Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier, 22 Prozent sehen das nicht so.
Besonders groß ist der Rückhalt unter Anhängern der CSU (87 Prozent), der Freien Wähler (79 Prozent), der Grünen (64 Prozent) und der SPD (60 Prozent). Deutlich skeptischer äußern sich lediglich AfD-Anhänger: Dort würden nur 24 Prozent Aigner als gute Bundespräsidentin ansehen.
Söder und Aiwanger stabil bewertet, Schulze legt deutlich zu
Mit der Arbeit von Ministerpräsident Markus Söder zeigen sich 48 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden, das ist nahezu unverändert. 49 Prozent sind hingegen weniger oder gar nicht zufrieden.
Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler und Wirtschaftsminister, kommt auf 40 Prozent Zustimmung bei 47 Prozent Unzufriedenheit.
In der Rangliste der Politikerzufriedenheit folgt auf Platz drei Klaus Holetschek, Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion, mit 33 Prozent. Dahinter liegt Katharina Schulze, Fraktionschefin der Grünen im Landtag, mit 31 Prozent. Sie verbessert sich damit um sechs Punkte.
CSU-Bundesminister werden unterschiedlich beurteilt
Die drei CSU-Minister in der Bundesregierung schneiden in der Umfrage verschieden stark ab. Mit Innenminister Alexander Dobrindt sind 35 Prozent zufrieden, 47 Prozent äußern sich kritisch.
Forschungsministerin Dorothee Bär erreicht einen Zustimmungswert von 26 Prozent. Deutlich schwächer fällt der Wert für Agrarminister Alois Rainer aus: Nur 12 Prozent bewerten seine Arbeit positiv. Allerdings gaben auch nur 29 Prozent der Befragten an, ihn überhaupt zu kennen.
Mehrheit mit Gesundheitsversorgung zufrieden
Thematisch wurde diesmal auch die medizinische Versorgung im Freistaat abgefragt. Dabei zeigt sich ein überwiegend positives Bild: 23 Prozent sind mit der Lage sehr zufrieden, weitere 49 Prozent zufrieden. Damit bewerten fast drei Viertel der Befragten die Gesundheitsversorgung in Bayern positiv.
Selbst unter AfD-Anhängern liegt die Zustimmung mit 61 Prozent relativ hoch. Unterschiede zeigen sich jedoch je nach Wohnortgröße: In Großstädten sind 80 Prozent zufrieden, in kleineren Orten und ländlichen Regionen liegen die Werte bei 68 bis 69 Prozent.
Erhebung und Einordnung
Für den neuen Bayerntrend befragte infratest dimap vom 12. bis 17. Oktober insgesamt 1.207 Wahlberechtigte in Bayern, sowohl telefonisch als auch online.
Wie bei allen Wahlumfragen gilt: Solche Erhebungen sind mit Unsicherheiten verbunden. Sinkende Parteibindungen und häufig kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren die genaue Gewichtung der Daten. Umfragen bilden daher nur die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine Vorhersage des tatsächlichen Wahlausgangs.
Bereits zu Wochenbeginn war eine GMS-Umfrage im Auftrag von Sat.1 zu ähnlichen Ergebnissen gekommen: 37 Prozent für die CSU, 22 Prozent für die AfD, 15 Prozent für die Grünen, 10 Prozent für die Freien Wähler und 6 Prozent für die SPD.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber