Erfolgreicher Start in die EM-Qualifikation: Deutschland besiegt Belgien klar
Deutschlands Handball-Nationalmannschaft hat ihre erste Pflichtaufgabe auf dem Weg zur EM souverän gemeistert. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason setzte sich zum Auftakt der Qualifikation mit 42:32 (22:18) gegen Außenseiter Belgien durch. Erfolgreichster deutscher Werfer war Marko Grgic mit sieben Treffern.
Im Mittelpunkt stand zudem Johannes Golla. Der Kreisläufer bestritt an seinem 29. Geburtstag sein erstes Länderspiel seit der Diskussion um seinen angestrebten Wechsel von der MT Melsungen zur SG Flensburg-Handewitt. Golla überzeugte vor allem vor der Pause und steuerte vier Tore bei.
Bereits am Sonntag um 18.00 Uhr wartet auf die DHB-Auswahl die nächste Aufgabe: Dann tritt Deutschland auswärts in der Slowakei an. Im März folgen in der Qualifikation die Spiele gegen Italien, das von Bob Hanning trainiert wird.
WM 2029: Berlin wieder große Handball-Bühne
Während die EM-Qualifikation läuft, richtet sich der Blick beim DHB bereits auf die Heim-WM im Januar. Das Turnier 2029 wird an mehreren Standorten in Deutschland ausgetragen. Zwar gehört Berlin bei der WM 2027 nicht zum Gastgeberkreis, dafür wird die Hauptstadt bei der Weltmeisterschaft 2029 eine wichtige Rolle spielen.
Der Deutsche Handballbund teilte rund um das Belgien-Spiel mit, dass das deutsche Team seine WM 2029 in Berlin beginnen wird. Weitere deutsche Austragungsorte sind Köln und Hamburg. Das Turnier wird gemeinsam mit Frankreich organisiert, wo in Lyon, Straßburg und Paris gespielt wird.

DHB-Vorstandschef Mark Schober hob die Bedeutung des Turniers hervor und betonte, dass Spielorte wie Paris und Berlin den hohen Stellenwert dieser Weltmeisterschaft unterstreichen.
Gislason mit deutlicher Ansage in der Auszeit
Trotz des klaren Endstands tat sich die deutsche Mannschaft anfangs schwer. Nach rund einem halben Jahr ohne Länderspiel fehlte zunächst die letzte Sicherheit, besonders in der Defensive. Belgien gehört nicht zur europäischen Spitze, hat sich bislang noch nie für eine EM-Endrunde qualifiziert und war erst einmal bei einer WM vertreten.
Überraschend fehlte Stammkeeper Andreas Wolff im deutschen Spieltagskader. Stattdessen bildeten David Späth und Lasse Ludwig das Torhüterduo.
Im Rückraum sorgte vor allem Marko Grgic mit seinen kraftvollen Würfen aus der Distanz für Gefahr. Dennoch spiegelte die knappe 13:10-Führung nach 20 Minuten die Qualitätsunterschiede kaum wider. Gislason wurde in einer Auszeit deutlich: Die Abwehr müsse zulegen, schließlich handle es sich nicht um ein Freundschaftsspiel.
Gelungene Premieren für Theiß und Moré
Großen Applaus gab es in der 30. Minute, als Niklas Theiß sein erstes Tor im Nationaltrikot erzielte. Der Wetzlarer Bundesligaprofi soll im Rückraum unter anderem für Entlastung sorgen. Auch David Moré vom ThSV Eisenach gehörte zu den Neulingen im Kader und feierte einen gelungenen Einstand.
Mit zunehmender Spieldauer ließ bei den Belgiern die Kraft nach, zudem wurden ihre Abschlüsse ungenauer. Deutschland nutzte das konsequent und setzte sich durch Treffer von Zerbe, Uscins und Knorr auf 29:23 ab. Entscheidend war dabei auch die nun stabilere Abwehr.
Zwar ärgerten Gislason einige Nachlässigkeiten im Angriff weiterhin, doch angesichts des deutlichen Vorsprungs fiel das kaum noch ins Gewicht. In der Schlussphase konnte der Bundestrainer deshalb auch weiteren Spielern wie Matthes Langhoff und Justus Fischer Einsatzzeit geben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber