Die frühere Fernsehkommentatorin Katie Zacharia wird neue Sprecherin des Weißen Hauses. US-Präsident Donald Trump teilte auf seiner Plattform Truth Social mit, er sei zuversichtlich, dass Zacharia in dem Amt „starke Ergebnisse“ für das Land erzielen werde.
Zacharia folgt auf Karoline Leavitt, die ihren Posten Ende August aufgegeben hatte. Trump hatte ihren Abschied rund zwei Wochen zuvor überraschend angekündigt. Leavitt war seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit Pressesprecherin und galt mit nicht einmal 30 Jahren als jüngste Sprecherin in der Geschichte des Weißen Hauses.
Enge Trump-Vertraute
Zacharia gilt als loyale und überzeugte Unterstützerin des Präsidenten. Nach Trumps Angaben half die konservative Juristin bereits im Wahlkampf und unterstützte ihn besonders in wichtigen Swing States, also in hart umkämpften Bundesstaaten. Auf Truth Social lobte Trump sie als „treue und brillante Unterstützerin“ mit einer „makellosen Erfolgsbilanz“.
Vor einigen Monaten bezeichnete Zacharia Trump in einem Gastbeitrag für die „New York Post“ sogar als den „größten Präsidenten der US-Geschichte“.
„Ehre meines Lebens“ – so reagiert Zacharia
Kurz nach der Ankündigung bedankte sich Zacharia auf mehreren Social-Media-Plattformen bei Trump und nannte die neue Aufgabe ein „bedeutendes Privileg“. Es sei die „Ehre meines Lebens“, Trump und dem amerikanischen Volk in dieser entscheidenden Zeit des 250-jährigen Jubiläums zu dienen.
Zugleich erklärte sie, ihre Aufgabe werde es sein, dem amerikanischen Volk die „großen Erfolge“ der Trump-Regierung zu vermitteln. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit den Pressevertretern im Weißen Haus sowie mit Reporterinnen und Reportern im ganzen Land. Über ihre Vorgängerin schrieb sie: „Der fabelhaften Karoline Leavitt zu folgen, ist ein hoher Anspruch, den es sich zu erfüllen lohnt.“
Das hat Zacharia bislang gemacht
Laut ihrem LinkedIn-Profil arbeitete Zacharia zuletzt als Kommunikationsberaterin für die Trump Media & Technology Group, zu der auch Truth Social gehört. Zuvor war sie kurzzeitig stellvertretende Sprecherin des US-Heimatschutzministeriums.
Darüber hinaus trat sie als Kommentatorin bei Fox News und dem ultrakonservativen Sender Newsmax auf. Studiert hat sie Politik- und Staatswissenschaften an der christlichen Pepperdine University im kalifornischen Malibu. Außerdem ist sie Absolventin der Pepperdine Caruso School of Law.
Vor ihr liegt keine leichte Aufgabe: Künftig soll sie Trumps Positionen möglichst wirkungsvoll vermitteln – in einer Phase, in der der Präsident im Land mit schwachen Beliebtheitswerten zu kämpfen hat.
Warum Karoline Leavitt ausschied
Trump begründete Leavitts Abgang damit, dass sie mehr Zeit für ihre Familie haben wolle. Er erklärte, er verstehe und respektiere diese Entscheidung „voll und ganz“. Auch Leavitt selbst verwies auf die Belastung durch die Doppelrolle als Mutter zweier kleiner Kinder und Sprecherin des Weißen Hauses.
Nach eigenen Worten habe sie nach der Rückkehr ins Weiße Haus nach der Geburt ihrer Tochter gespürt, dass sie ihren Kindern nicht die Zeit, Energie und Aufmerksamkeit geben könne, die sie verdienten, solange sie das anspruchsvolle Amt weiter ausübe. Deshalb habe sie sich zu dem „bittersüßen“ Schritt entschieden, das Weiße Haus zu verlassen.
Leavitt brachte Anfang Mai ihr zweites Kind, eine Tochter, zur Welt. Bereits 2024 war ihr Sohn geboren worden. In ihrer Zeit als Sprecherin machte sie sich mit ihrer scharfen Art einen Namen und griff Journalisten regelmäßig hart an. Dabei warf sie Medien immer wieder vor, „Fake News“ zu verbreiten.
Trumps Umgang mit den Medien
Auch nach Leavitts Abgang setzte Trump seinen teils harten Kurs gegenüber Medienvertretern fort. Zuletzt sorgte vor allem der Streit um den Ausschluss mehrerer US-Medien aus dem Weißen Haus für Aufsehen und Kritik. Der Konflikt wird inzwischen vor Gericht ausgetragen.
Über Zacharia sagte Trump vor Reporterinnen und Reportern, sie möge Menschen. „Eigentlich mag sie euch alle“, erklärte er. Ob das gut oder schlecht sei, wisse er nicht – er glaube aber, dass die neue Pressesprecherin „großartig“ sein werde.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber