Fußball

Kösslers Doppelpack! DFB-Frauen drehen gegen Australien auf

Traumstart gegen die Matildas: Kössler trifft erstmals doppelt – und Toptalent Baum feiert ihr Debüt. Was steckt im DFB-Team?

09.10.2026, 22:25 Uhr

DFB-Frauen starten mit 4:2 gegen Australien erfolgreich in die WM-Saison

Mit wehenden Fahnen feierten die Fans auf den Stehrängen die deutschen Fußballerinnen. Die Auswahl von Bundestrainer Christian Wück ist mit viel Tempo, Spielfreude und Offensivdrang in die neue WM-Saison gestartet. Im Härtetest gegen Australien gewann die DFB-Elf in Karlsruhe mit 4:2 (2:1) und setzte vor 26.352 Zuschauerinnen und Zuschauern im nahezu ausverkauften Wildparkstadion ein erstes Ausrufezeichen auf dem Weg zur WM 2027 in Brasilien.

Wück zeigte sich nach dem gelungenen Auftakt zufrieden. Man sehe, wie sehr die Spielerinnen brennen, wie schnell sie schon zueinander fänden und wie viel Qualität sowohl in der Startelf als auch auf der Bank vorhanden sei, sagte der Bundestrainer. Der Gegner war dabei bewusst gewählt: Australien als nicht-europäische Auswahl sollte früh wichtige Hinweise für die kommenden Aufgaben liefern.

Im Mittelpunkt stand Melissa Kössler. Die Angreiferin erzielte in der 25. und 30. Minute ihre ersten beiden Tore im Nationaltrikot und nutzte ihre Chance als Mittelstürmerin eindrucksvoll. Kurz vor der Pause verkürzte Australiens Kapitänin Sam Kerr per Kopf auf 1:2 (45.+2). Wück sprach anschließend von einem wichtigen Lehrmoment und betonte, dass ein solcher Gegentreffer nicht passieren dürfe. In der Schlussphase erhöhte die Wolfsburgerin Camilla Küver auf 3:1 (83.), ehe Holly McNamara in der Nachspielzeit noch einmal für Australien traf (90.+3). Die direkte Antwort lieferte Sjoeke Nüsken mit dem 4:2 nur Augenblicke später (90.+4).

Kössler zeigte sich im ZDF ebenfalls zufrieden. Die Mannschaft habe sich taktisch einiges vorgenommen, etwas ausprobieren wollen und große Teile davon gut umgesetzt, sagte die Doppel-Torschützin. Die inzwischen in den USA spielende frühere Angreiferin von Hoffenheim und Turbine Potsdam rückte auch deshalb in den Fokus, weil Lea Schüller kurzfristig ausfiel. Die frühere Münchner Torjägerin, inzwischen bei Manchester United, musste wegen eines Infekts passen.

Sicherer Auftritt von Ena Mahmutovic

Auch sonst musste Wück auf mehrere wichtige Spielerinnen verzichten. Kapitänin Giulia Gwinn fehlte weiterhin wegen ihres Bänderrisses. Stammtorhüterin Ann-Katrin Berger vom US-Club Gotham FC verzichtete zudem auf die Spiele gegen Australien und am Dienstag gegen Japan in Bremen. Für sie rückte wie angekündigt Ena Mahmutovic ins Tor. Die 22-Jährige hinterließ in ihrem dritten Länderspiel insgesamt einen sicheren Eindruck, auch wenn sie einmal eine Gegenspielerin anschoss.

Auf der rechten Abwehrseite ersetzte Carlotta Wamser die verletzte Gwinn. Die Verteidigerin, die bei Manchester City stark in die Saison gestartet ist, war früh gefordert. Schon nach 44 Sekunden sorgte Sam Kerr mit einer Weiterleitung per Hacke für Gefahr, doch Mahmutovic stand richtig. Auf der anderen Seite vergab Cora Zicai nach Vorarbeit von Klara Bühl eine aussichtsreiche Gelegenheit deutlich über das Tor.

Nüsken und Senß dominieren im Mittelfeld

Bühl und Zicai, die zuletzt in ihren Vereinen beim FC Bayern und VfL Wolfsburg überzeugt hatten, machten über die Außenbahnen immer wieder Druck. Mit zunehmender Spielzeit übernahm Deutschland immer klarer die Kontrolle und ging folgerichtig in Führung. Nach einer Wamser-Flanke köpfte Franziska Kett in Richtung langes Eck, Kössler drückte den Ball über die Linie.

Vor allem im Mittelfeld bestimmte die DFB-Elf das Geschehen. Sjoeke Nüsken und Elisa Senß harmonierten stark miteinander und gaben dem Spiel Struktur. Senß bestätigte dabei, warum sie sich bei Real Madrid so schnell durchgesetzt hat. Neben ihren Balleroberungen überzeugte sie auch mit einem präzisen Steilpass auf Kössler, die anschließend flach zum 2:0 einschob. Dass Kerr unmittelbar vor dem Seitenwechsel per Kopf den Anschluss erzielte, kam aus deutscher Sicht überraschend.

DFB-Elf vergibt klare Chancen nach der Pause

Im zweiten Durchgang feierte Lisa Baum ihr Debüt. Das 19 Jahre alte Toptalent war im Sommer für die Rekordablöse von 650.000 Euro von RB Leipzig zum FC Arsenal gewechselt. Außerdem brachte Wück Linda Dallmann im Mittelfeld und Marie Müller für Kett.

Zunächst verlor Deutschland allerdings etwas den Rhythmus. Australien kam besser ins Spiel und hatte großes Pech, als Clare Wheeler den Ball an die Unterkante der Latte setzte – Mahmutovic wäre in dieser Szene chancenlos gewesen. Baum suchte in ihren ersten Minuten mutig das Dribbling und übernahm auch Eckbälle, blieb zunächst aber ohne große Wirkung.

Danach ließ die DFB-Elf mehrere gute Möglichkeiten aus, den Vorsprung deutlicher auszubauen. Nicole Anyomi, Dallmann und Zicai vergaben beste Chancen auf das 3:1. Erst Küver sorgte mit ihrem Treffer kurz vor Schluss für Erleichterung. McNamaras Anschlusstor in der Nachspielzeit brachte Australien noch einmal kurz heran, doch Nüsken stellte mit dem vierten deutschen Treffer den verdienten Sieg sofort wieder sicher.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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