Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, hat vor einer möglichen Ablehnung des kirchlichen Reformprozesses in Deutschland durch den Vatikan gewarnt. Beim Katholikentag in Würzburg sagte sie, ein ablehnendes Signal aus Rom wäre für die Kirche vor Ort verheerend. Das ZdK gilt als wichtigstes Vertretungsorgan der katholischen Laien in Deutschland.
Derzeit liegt die Satzung für die geplante Synodalkonferenz im Vatikan zur Prüfung. In diesem Gremium sollen Bischöfe und Laien künftig gemeinsam beraten und Entscheidungen treffen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, erklärte, das Verfahren dauere noch an. Zugleich zeigte er sich vorsichtig optimistisch und betonte die Notwendigkeit von Geduld.
Sowohl Stetter-Karp als auch Wilmer machten deutlich, dass der Reformprozess eine direkte Folge der Missbrauchskrise in der katholischen Kirche ist. Stetter-Karp sprach von einer tiefgreifenden Erschütterung und einem massiven Vertrauensverlust.
Erinnerung an den Auslöser des Reformwegs
Wilmer unterstrich, man dürfe nicht aus dem Blick verlieren, warum der Synodale Weg überhaupt begonnen wurde. Es seien Straftaten vertuscht worden, und nach staatlichem Recht hätten die Verantwortlichen dafür zum Teil im Gefängnis landen können.
Der Synodale Weg wurde von der Deutschen Bischofskonferenz und dem ZdK als Reaktion auf den Missbrauchsskandal ins Leben gerufen. Ziel ist es, über Veränderungen in der Kirche zu beraten. Dabei geht es unter anderem um mehr Beteiligung der Gläubigen und eine stärkere Stellung von Frauen.
Allerdings steht nicht die gesamte Bischofschaft in Deutschland hinter diesem Kurs. Vor allem konservative Vertreter wie der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Passauer Bischof Stefan Oster äußern immer wieder deutliche Vorbehalte.
Stetter-Karp warf diesen Kritikern vor, dem Reformprozess auch auf internationaler Ebene erheblich geschadet zu haben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion