Rockmusiker Peter Maffay sieht nach den jüngsten Landtagswahlen die Gefahr einer zunehmenden Spaltung in Deutschland. Im Gespräch mit dem Mallorca Magazin sagte der 77-Jährige, es fehle immer mehr an einem gemeinsamen gesellschaftlichen Grundkonsens, der über parteipolitische Interessen hinausreiche. Genau das vermissten viele Menschen im Land.
Zugleich kritisierte Maffay die Regierungsparteien deutlich. In den vergangenen Jahren hätten sie aus seiner Sicht schwach agiert und Zusagen gemacht, die am Ende nicht eingehalten worden seien. Dadurch hätten viele Bürger den Eindruck gewonnen, von den etablierten Kräften nicht mehr erreicht oder verstanden zu werden. Das habe mit dazu beigetragen, dass Wähler sich von den traditionellen Parteien abgewandt und der AfD zugewendet hätten.
Die Wahlergebnisse seien deshalb ein klares Signal, sich auf die Grundlagen und Werte der Demokratie zu besinnen.
„Angst habe ich nicht“
Auf die Frage, ob ihn die aktuelle Entwicklung in Deutschland ängstige, antwortete Maffay, sie stimme ihn zwar sehr nachdenklich, Angst habe er jedoch nicht. Er vertraue darauf, dass am Ende der gesunde Menschenverstand und das Grundgesetz Bestand hätten.
Der Musiker nutzt nach eigenen Worten seine Bühnenauftritte auch, um politische Themen anzusprechen. Derzeit nehme er allerdings nur wenige Künstlerinnen und Künstler in Deutschland wahr, die ähnlich offen Stellung bezögen. Ein möglicher Grund sei eine gewisse Ernüchterung über die anhaltende Handlungsunfähigkeit politischer Verantwortungsträger. Gerade jüngere Künstler könnten zudem befürchten, mit politischen Aussagen Teile ihres Publikums zu verlieren.
Für Maffay ist dennoch klar, dass man nicht tatenlos zusehen dürfe, wie die Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet. Das betonte auch der Mitbegründer der Figur Tabaluga.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber