Politik

Nordkorea droht mit Propaganda-Lautsprechern

Neue Eskalation an der Korea-Grenze: Pjöngjang dreht die Propaganda-Lautsprecher wieder auf – was steckt dahinter?

21.10.2026, 13:54 Uhr

Nordkorea will Propaganda-Lautsprecher an der Grenze zu Südkorea wieder einschalten

Nordkorea hat angekündigt, entlang der Grenze zu Südkorea erneut Lautsprecheranlagen für Propagandadurchsagen in Betrieb zu nehmen. Nach Angaben von Kim Yo Jong, der Schwester von Machthaber Kim Jong Un, soll die Maßnahme noch im Laufe des Oktobers umgesetzt werden. Beide Staaten hatten solche Anlagen in den vergangenen Jahren immer wieder als Mittel der psychologischen Kriegsführung eingesetzt.

Kim Yo Jong bezeichnete den Schritt als eine „angemessene Reaktion“ auf mutmaßliche Provokationen aus dem Süden. Sie warf dem südkoreanischen Militär vor, am Mittwoch an mindestens zwei Stellen Warnschüsse abgegeben zu haben. Außerdem nannte sie Südkorea den „abscheulichsten und widerwärtigsten Feind der Welt“. Eine Stellungnahme der südkoreanischen Militärführung zu diesen Vorwürfen lag zunächst nicht vor.

Über die Lautsprecher verbreiteten beide koreanischen Staaten in der Vergangenheit entlang der stark befestigten Grenze politische Botschaften, um Einfluss auf die Bevölkerung auf der jeweils anderen Seite zu nehmen. Nordkorea nutzte die Anlagen zeitweise auch, um Anwohner in Grenznähe mit lautem Lärm gezielt zu belästigen.

Lage auf der koreanischen Halbinsel weiterhin angespannt

Die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea bleiben angespannt. Zuletzt hatte Nordkorea mehrfach Raketentests durchgeführt. Zudem wurden am 21. September drei südkoreanische Soldaten bei einer Explosion verletzt, die nach einer Untersuchung des südkoreanischen Militärs durch nordkoreanische Landminen ausgelöst worden sein soll. Die Soldaten wurden dabei demnach teils schwer verletzt. Nordkorea weist diese Vorwürfe zurück.

Formell befinden sich Nordkorea und Südkorea weiterhin im Kriegszustand. Der Koreakrieg von 1950 bis 1953 endete lediglich mit einer Waffenruhe, ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht unterzeichnet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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