Macron sieht keine ausländische Einmischung bei Unruhen in Frankreich
Nach den schweren Ausschreitungen im Zuge sozialer Proteste in Frankreich erkennt Präsident Emmanuel Macron keine direkte Einflussnahme aus dem Ausland. Während seines Aufenthalts in Doha erklärte er, nach seiner Einschätzung gebe es keine sichtbare ausländische Einmischung in die Ereignisse selbst.
Zugleich sprach Macron jedoch von einer nachträglichen Manipulation von Informationen aus dem Ausland. Diese habe, so der Präsident, zu ebenso "inakzeptablen" wie "dummen" Äußerungen geführt — auch von internationalen Politikern. Unter anderem seien mit Hilfe künstlicher Intelligenz Bilder verbreitet worden, die angebliche Szenen aus Frankreich zeigten, die es in Wirklichkeit nie gegeben habe.
Macron wies zudem Behauptungen zurück, Frankreich sei von "Horden von Migranten und Islamisten" überrannt worden. Solche Darstellungen seien "völlig falsch".
Kritik an Aussagen aus den USA
Am Wochenende hatte US-Vizepräsident JD Vance die Einwanderung aus ärmeren Ländern als Ursache der Krawalle bezeichnet. US-Präsident Donald Trump äußerte sich ähnlich und schrieb auf seiner Plattform Truth Social, Zuwanderung von Menschen "aus einer völlig anderen Welt" und mit "hasserfüllten Herzen" habe das einst großartige Frankreich zerstört.
Macron warf daraufhin einigen Politikern vor, auf Kosten Frankreichs Wahlkampf zu betreiben. Wer sich im Wahlkampf befinde — ob in der Region oder auf der anderen Seite des Atlantiks — übernehme teils leichtfertig KI-generierte Inhalte oder verbreite gezielt gestreute Darstellungen weiter, um ein verzerrtes Bild der Lage in Frankreich zu zeichnen.
Mit Blick auf die internationalen Reaktionen sagte Macron, in solchen Momenten zeige sich, wer Frankreich wirklich möge und wer nicht. Menschen, die derzeit schlecht über sein Land sprächen, liebten Frankreich nicht. Solche Reaktionen gingen ihm, so Macron, "auf die Nerven".
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber