Hummel feiert Sieg bei Premiere der Ultimate Championship in Budapest
Zum Abschluss seiner Saison hat Hammerwerfer Merlin Hummel einen weiteren Höhepunkt gesetzt: Der 24-Jährige gewann bei der erstmals ausgetragenen Ultimate Championship in Budapest. Mit 81,46 Metern setzte er sich souverän gegen den ungarischen Europameister Bence Halasz durch, der auf 80,30 Meter kam.
Für Hummel war der Erfolg auch deshalb besonders, weil er in jenem Stadion gelang, in dem die deutsche Mannschaft bei den Weltmeisterschaften vor drei Jahren ohne Medaille geblieben war. Entsprechend zufrieden zeigte sich der deutsche EM-Zweite und Vizeweltmeister danach: „Jetzt mal Gold zu holen, ist natürlich erfrischend und ich kann mich dran gewöhnen, definitiv.“
Neues Wettkampfformat liegt Hummel
Der deutsche Werfer kam mit dem neuen Modus bestens zurecht. Statt eines klassischen langen Wettkampfs gab es im Hammerwurf nur vier Versuche, zudem wurde das Teilnehmerfeld Schritt für Schritt verkleinert. Hummel nahm das mit Humor: „Ich hatte eh bei sechs Versuchen immer mal zwei, die scheiße sind, deswegen muss man die dann halt hier weglassen.“
Nicht zurecht kam dagegen Ethan Katzberg aus Kanada: Der Weltmeister und Olympiasieger schied bereits nach zwei Durchgängen aus. Damit durfte sich Hummel über den Titel des Ultimate Champion freuen.
Hohe Siegprämie für den Deutschen
Neben dem sportlichen Erfolg kassiert Hummel auch ein stattliches Preisgeld: 150.000 US-Dollar (rund 129.000 Euro). Auf die Frage, was er mit dem Geld vorhabe, antwortete er knapp: „Clever anlegen.“
Insgesamt verteilt der Weltverband bei der Veranstaltung zehn Millionen US-Dollar (rund 8,6 Millionen Euro). Nach Verbandsangaben ist das die höchste Summe, die jemals bei einem einzelnen Leichtathletik-Event ausgeschüttet wurde.
Viele Favoritensiege vor großer Kulisse
Vor 20.557 Zuschauern setzten sich in Budapest auch mehrere weitere Topstars durch. Jaroslawa Mahutschich aus der Ukraine gewann den Hochsprung, Jakob Ingebrigtsen aus Norwegen siegte über 5.000 Meter.
Für die nächste große Show sorgte einmal mehr Armand Duplantis: Der Schwede gewann den Stabhochsprung mit 6,20 Metern vor dem Griechen Emmanouil Karalis mit 6,15 Metern. An der Weltrekordhöhe von 6,32 Metern scheiterte Duplantis diesmal.
Weltverband setzt auf Show und direkte Duelle
Bis Sonntag werden im Nationalen Leichtathletikzentrum in 26 Einzelwettbewerben sowie zwei Mixed-Staffeln die Titel vergeben. Mit dem neuen Format will der Weltverband die Leichtathletik moderner und spektakulärer präsentieren. Lange Vorkämpfe entfallen, stattdessen treten Olympiasieger, Weltmeister und weitere Topathleten direkt gegeneinander an. Zusätzliche Showelemente sollen für mehr Unterhaltung sorgen.
Hummel begrüßte den neuen Ansatz und sagte: „Ich glaube, es ist mal gut, einen Anstoß zu haben und mal sich neu zu erfinden.“
Weitere deutsche Athleten noch im Einsatz
Allerdings umfasst das Programm nicht alle klassischen Disziplinen, zudem ist das Feld kleiner und weniger breit besetzt als bei Weltmeisterschaften. Die traditionellen Titelkämpfe sollen durch das neue Event aber nicht ersetzt werden.
Nach Hummels Erfolg ruhen die deutschen Hoffnungen nun auf weiteren Startern. Die Mixed-Staffel über 4×100 Meter belegte zum Auftakt Rang sechs. Außerdem sind noch vier deutsche Athleten im Wettbewerb: Speerwurf-Europameister Julian Weber, die Langhürdler Emil Agyekum und Owe Fischer-Breiholz sowie 1500-Meter-Läufer Robert Farken wollen ebenfalls um Topplatzierungen kämpfen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber