Xi empfängt Trump in Peking mit militärischen Ehren
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat US-Präsident Donald Trump in Peking mit militärischem Zeremoniell an der Großen Halle des Volkes empfangen. Fernsehbilder zeigten, wie sich beide zur Begrüßung auffallend lange die Hand reichten, einige Worte wechselten und anschließend die Mitglieder ihrer Delegationen vorstellten. Im Rahmen der offiziellen Zeremonie nahmen sie zudem eine Ehrenformation ab.
Trump reagierte außerdem mit Beifall auf Kinder, die ihm mit kleinen US-Flaggen und Blumen zujubelten. Später sagte er, er habe die Kinder „großartig“ gefunden.
Zum Auftakt des Besuchs bemühten sich beide Seiten demonstrativ um einen freundlichen und stabileren Ton. Trump sprach von einer „fantastischen“ gemeinsamen Zukunft für die USA und China und lobte Xi als „großartige Führungspersönlichkeit“. Manche Menschen hörten das nicht gern, sagte Trump, aber es sei wahr. Es sei ihm eine Ehre, Xis Freund zu sein.
Xi betonte seinerseits, er sei überzeugt, dass die gemeinsamen Interessen beider Länder größer seien als ihre Differenzen. Der Erfolg des einen Landes sei für das andere eine Chance. Stabile Beziehungen zwischen China und den USA seien „gut für die Welt“.
Taiwan-Frage sorgt für scharfen Ton
Trotz der demonstrativen Freundlichkeit warnte Peking deutlich vor einem Konflikt um Taiwan. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua sagte Xi, eine schlechte Handhabung der Taiwan-Frage könne Spannungen oder sogar einen Konflikt zwischen beiden Ländern auslösen. Das könne die Beziehungen zwischen China und den USA in eine „äußerst gefährliche Lage“ bringen.
Xi bezeichnete den Umgang mit Taiwan demnach als die wichtigste Frage in den Beziehungen zwischen Peking und Washington. Werde sie richtig behandelt, könne sie auch zur Stabilität zwischen beiden Staaten beitragen.
Ob und wie Trump auf diese Warnung reagierte, war zunächst nicht bekannt. Die USA spielen in der Taiwan-Frage eine zentrale Rolle, unter anderem weil sie die Insel trotz scharfer Kritik aus Peking mit Waffen beliefern. China betrachtet Taiwan als eigenes Territorium, obwohl der Inselstaat seit Jahrzehnten unabhängig und demokratisch regiert wird.
Taiwan reagierte umgehend auf die Warnung aus Peking. Regierungssprecherin Michelle Lee erklärte in Taipeh, Chinas militärische Drohungen seien die einzige Quelle der Instabilität in der Taiwanstraße und im weiteren Indopazifik. Taiwan stehe in engem Kontakt mit den USA. Washington habe seine klare und feste Unterstützung für Taiwan wiederholt bekräftigt.
Handel, Iran und Taiwan im Fokus
Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt stecken weiterhin in einem erbitterten Handelskonflikt. Trump hatte China im vergangenen Jahr noch mit sehr hohen Zöllen gedroht. Umso wichtiger dürften Handelsfragen auch bei den aktuellen Gesprächen sein.
Trump und Xi waren zuletzt Ende Oktober im Vorfeld eines Gipfeltreffens in Südkorea zusammengekommen. Damals vereinbarten beide Seiten eine Pause im laufenden Zollstreit.
Erwartet wurde zudem, dass auch der Krieg mit dem Iran Thema der Unterredungen sein wird. Die USA hoffen auf Unterstützung Chinas bei der Sicherung der für Öl- und Flüssiggastransporte wichtigen Straße von Hormus. China gilt gewöhnlich als größter Abnehmer iranischen Öls.
Erstes Gespräch dauerte rund zwei Stunden
Das erste Gespräch zwischen Trump und Xi dauerte nach Angaben von US-Journalisten rund zwei Stunden. Im Anschluss traf Xi laut chinesischen Staatsmedien hochrangige US-Wirtschaftsvertreter, die mit Trump nach Peking gereist waren. Dabei erklärte er demnach, Chinas Türen würden sich weiter öffnen, und warb für eine engere Zusammenarbeit mit den USA.
Große Wirtschaftsdelegation begleitet Trump
Zu den Gästen gehörten neben Regierungsvertretern auch prominente Wirtschaftsvertreter. Mitgereist waren unter anderem Apple-Chef Tim Cook, Tech-Milliardär Elon Musk sowie Nvidia-Chef Jensen Huang. Die von Nvidia produzierten Halbleiter gelten als besonders wichtig für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz.
Aus Trumps Kabinett waren nach früheren Angaben unter anderem Finanzminister Scott Bessent und Außenminister Marco Rubio dabei.
Xi wirbt für Partnerschaft statt Rivalität
Xi sagte, beide Seiten sollten Partner und nicht Gegner sein. Zugleich stellte er die Beziehungen zwischen beiden Staaten in einen größeren geopolitischen Zusammenhang und sprach die sogenannte „Thukydides-Falle“ an. Gemeint ist die Gefahr, dass eine aufstrebende Macht und eine etablierte Führungsmacht in eine gefährliche Konfrontation geraten.
Xi warf damit auch die Frage auf, ob China und die USA ein neues Modell für Beziehungen zwischen Großmächten schaffen können.
Staatsbankett am Abend, Abreise am nächsten Tag
Am Abend will Xi den US-Präsidenten zu einem Staatsbankett empfangen. Für den folgenden Tag ist die Rückreise Trumps geplant.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion