Petition gegen Krypto-Steuerpläne erreicht Bundestag
Die geplante Neuregelung zur Besteuerung von Gewinnen aus Kryptowährungen wird voraussichtlich bald im Deutschen Bundestag behandelt. Eine Online-Petition, die sich gegen die mögliche Abschaffung der einjährigen Steuerfreiheit bei Bitcoin und anderen digitalen Anlagen richtet, hat am heutigen Tag die erforderlichen 30.000 Unterschriften erreicht. Damit ist der Petitionsausschuss verpflichtet, das Anliegen in einer öffentlichen Anhörung zu beraten.
Widerstand gegen Vorstoß aus dem Finanzministerium
Die Petition richtet sich gegen Überlegungen aus dem Bundesfinanzministerium, wonach Erträge aus dem Verkauf von Kryptowährungen künftig unabhängig von der Haltedauer pauschal besteuert werden könnten. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) verspricht sich davon zusätzliche Staatseinnahmen in Milliardenhöhe. Aus Sicht der Sozialdemokraten wäre eine solche Regelung zudem gerechter, weil Bitcoin und ähnliche Anlagen damit steuerlich stärker an Aktien angenähert würden.
Die Unterstützer der Petition wollen hingegen die bisherige Praxis beibehalten. Aktuell können Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin, Ethereum und anderen digitalen Vermögenswerten im Privatbesitz steuerfrei bleiben, sofern zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt.
Sorge um Anleger und Standort Deutschland
Kritiker der Reform warnen, dass vor allem langfristig orientierte Anleger benachteiligt würden. Außerdem könne eine Abschaffung der Haltefrist den Finanz- und Innovationsstandort Deutschland schwächen. Nach Ansicht der Initiatoren träfe die geplante Änderung insbesondere Menschen, die Kryptowährungen als langfristige Geldanlage halten.
Sie verweisen außerdem darauf, dass dies einen Bruch mit der bisherigen steuerlichen Systematik bedeuten würde. Derzeit werden Bitcoin und andere Kryptowährungen in ähnlicher Weise behandelt wie etwa Gold, Fremdwährungen, Kunstwerke oder Sammlerstücke. Auch bei diesen Vermögenswerten können private Veräußerungsgewinne nach Ablauf der gesetzlichen Frist steuerfrei bleiben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber