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Schock in Mexiko: Influencer live getötet

Vor laufender Kamera erschossen: Star-TikToker stirbt in Sinaloa – steckt eines der berüchtigten Kartelle dahinter?

05.08.2026, 18:40 Uhr

Influencer in Mexikos Gewaltregion Sinaloa auf offener Straße erschossen

Im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa ist der Influencer César Gastélum vor laufender Kamera getötet worden. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden wurde er in der Stadt Culiacán gezielt von Bewaffneten angegriffen. Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, die Ermittlungen liefen, um die Täter zu finden und das Motiv der Tat aufzuklären.

Gastélum hatte auf TikTok mehr als 600.000 Follower. Auch auf Kick und weiteren Plattformen veröffentlichte er vor allem humorvolle Inhalte über den Alltag und die Esskultur in Sinaloa. Zum Zeitpunkt des Angriffs stand er mit zwei weiteren Männern vor einer Fast-Food-Filiale. Sie trugen Kleidung eines App-Lieferdienstes. Dann näherten sich zwei Männer auf einem Motorrad und schossen ausschließlich auf Gastélum.

Möglicher Bezug zu kriminellen Gruppen

Wie das Sicherheitskabinett der mexikanischen Regierung mitteilte, wird auch geprüft, ob einzelne Beiträge des Influencers mit dem Verbrechen in Verbindung stehen könnten. In einigen Inhalten sei demnach auf eine Fraktion einer kriminellen Organisation angespielt worden. Weitere Details nannten die Behörden zunächst nicht.

Sinaloa im Nordwesten Mexikos gilt als Herkunftsregion mehrerer bedeutender Drogenbosse des Landes. Derzeit bekämpfen sich dort zwei Lager des Sinaloa-Kartells. Medienberichten zufolge sind seit 2024 mindestens neun Influencer in dem Bundesstaat getötet worden.

Flugblätter mit Vorwürfen gegen Influencer

Bereits im Januar 2025 waren in Culiacán aus einem Kleinflugzeug Hunderte Flugblätter abgeworfen worden. Darin wurden 25 Personen beschuldigt, Verbindungen zu einer kriminellen Gruppe zu haben. Unter den Genannten waren auch Influencer und Sänger. Unbestätigten Vorwürfen zufolge sollen sie Teil eines Geldwäschenetzwerks für die Söhne des in den USA inhaftierten Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán gewesen sein. Einige der Genannten wurden später ermordet. Medien zufolge tauchte Gastélums Name auf diesen Flugblättern nicht auf.

Weiterer Fall im Mai 2025

Auch in einem anderen Fall wurde im Mai 2025 eine junge Influencerin getötet: Die 23-jährige Valeria Márquez wurde während eines TikTok-Livestreams in ihrem Schönheitssalon im westmexikanischen Bundesstaat Jalisco erschossen. Nach offiziellen Angaben ist ihr Ex-Freund der Sohn des vor wenigen Tagen festgenommenen Drogenbosses Ramón Ángel Álvarez, bekannt als R1. Die Behörden gehen in diesem Fall von einem Feminizid aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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