Politik

Knall bei Trump? Neue Sprecherin vor Rücktritt

Kaum im Amt, schon unter Druck: Trumps neue Sprecherin stolpert von Panne zu Panne – und er deutet schon ihr Aus an.

16.10.2026, 19:53 Uhr

US-Präsident Donald Trump verliert seine erst seit wenigen Tagen amtierende Pressesprecherin Katie Zacharia. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen wird sie den Posten räumen. Ein hochrangiger Regierungsbeamter bestätigte dies der Deutschen Presse-Agentur, nannte aber keinen genauen Zeitpunkt für ihren Abgang. Wer auf Zacharia folgen soll, war zunächst unklar.

Trump selbst stellte den Vorgang kurz zuvor vor Reportern am Weißen Haus anders dar. Er sagte, er habe Zacharia offen geraten, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken und über einen Rückzug nachzudenken. Ob sie im Amt bleibe, wolle er letztlich ihr selbst überlassen. Mehrere US-Medien berichteten dagegen, Trump habe sie entlassen.

Zur Begründung verwies Trump auf den massiven Druck der vergangenen Tage und äußerte zugleich Zweifel, ob die Aufgabe überhaupt die richtige für sie sei. Zacharia sei von den Medien sehr schlecht und unfair behandelt worden und habe sichtbar gelitten. Er wolle vor allem, dass sie glücklich sei, werde ihre Entscheidung unterstützen und bald noch einmal mit ihr sprechen.

Holpriger Start schon vor dem ersten großen Auftritt

Zacharia hatte den Job erst am Montag angetreten, nachdem Trump ihre Berufung am Sonntag öffentlich gemacht hatte. Sie war die Nachfolgerin von Karoline Leavitt, die das Amt Ende August verlassen hatte. Am Montag, an dem in den USA Columbus Day gefeiert wurde, begann sie ihre Arbeit im Weißen Haus.

Bei ihrem ersten Auftritt vor der Presse am Dienstag blieben vor allem mehrere Versprecher, eine stellenweise nervöse Wirkung und ein ungewöhnlich schnelles Ende nach nur wenigen Fragen in Erinnerung. Trump hatte Zacharia bei ihrer Ernennung noch ausdrücklich gelobt und sich überzeugt gezeigt, dass sie als Sprecherin starke Ergebnisse liefern werde.

Wie überraschend die Personalentscheidung offenbar kam, schilderte Zacharia selbst in einem Interview mit dem rechtskonservativen Sender Real America’s Voice. Demnach rief Trump sie an, woraufhin sie am Donnerstag zu ihm flog und ihn am Freitag traf. Noch am selben Tag habe sie das Jobangebot angenommen. Am Samstag sei sie nach Kalifornien zurückgekehrt, habe ihre Koffer gepackt und sei am Sonntag wieder nach Washington gereist. Auf Bitten Trumps habe sie dann am Montag direkt im Büro angefangen.

Debatte um Qualifikationen erhöhte den Druck

Zusätzlich geriet Zacharia wegen Zweifeln an ihren beruflichen Angaben unter Druck. Im Zentrum stand, dass sie sich bei TV-Auftritten und in sozialen Medien wiederholt als „lawyer“ bezeichnete.

Die Absolventin einer US-Jurafakultät hatte die Anwaltsprüfung in Kalifornien im Jahr 2011 nicht bestanden. Zacharia erklärte, ihr sei gesagt worden, sie dürfe sich dennoch als „lawyer“ bezeichnen, aber nicht als „attorney“. Während „attorney“ klar eine Zulassung voraussetzt, wird „lawyer“ in den USA teils auch für Juraabsolventen verwendet, kann je nach Zusammenhang aber ebenfalls problematisch sein. Trump selbst hatte sie bei ihrer Vorstellung als „attorney“ bezeichnet.

Vor ihrem Wechsel ins Weiße Haus arbeitete Zacharia laut ihrem LinkedIn-Profil als Kommunikationsberaterin für die Trump Media & Technology Group, zu der auch die Plattform Truth Social gehört. Zuvor war sie kurzzeitig stellvertretende Sprecherin des US-Heimatschutzministeriums. Außerdem trat sie als Kommentatorin bei Fox News und dem ultrakonservativen Sender Newsmax auf.

Trotz des schwierigen Starts deutete Trump an, dass Zacharia den Job aus seiner Sicht grundsätzlich hätte bewältigen können. Nun endet ihre Zeit als Pressesprecherin aber offenbar schon nach wenigen Tagen wieder.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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