Fußball

Frankfurt-Knall: Krösche geht

Paukenschlag bei Eintracht Frankfurt: Markus Krösche ist sofort weg – was steckt hinter dem abrupten Aus?

18.10.2026, 18:42 Uhr

Die mehr als fünfjährige Zeit von Markus Krösche bei Eintracht Frankfurt ist beendet. Der 46-Jährige wird nach Angaben des Clubs auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben freigestellt. Der Aufsichtsrat habe dies in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen.

Krösches Vertrag, der noch bis zum Sommer 2028 läuft, bleibt demnach in angepasster Form bestehen.

Axel Hellmann übernimmt vorerst

Die Aufgaben des bisherigen Sportvorstands übernimmt zunächst kommissarisch Axel Hellmann. Zudem rückt Hellmann vom Vorstandssprecher zum Vorstandsvorsitzenden auf. Über die langfristige Besetzung des Sportressorts will die Eintracht in den kommenden Wochen entscheiden.

Nach Angaben des Vereins sollen mit der vorläufigen Übernahme durch Hellmann Entscheidungswege verkürzt und Verantwortlichkeiten klar geordnet werden. Auf den neuen Vorstandschef kommt damit schon mit Blick auf die nächste Transferphase im Winter zusätzliche Verantwortung zu.

Club verweist auf Gespräche über die Zukunft

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Spekulationen über einen Abschied Krösches gegeben. Eintracht-Präsident Mathias Beck erklärte, man habe in den vergangenen Wochen sehr gute, offene und vertrauensvolle Gespräche über die gemeinsame Zukunft geführt. Wegen der hohen Ansprüche des Vereins brauche es die volle Überzeugung aller Verantwortlichen. Deshalb habe der Club Krösches Wunsch nach einer sofortigen Freistellung respektiert.

Krösche spricht von notwendiger Veränderung

Krösche selbst blickte auf eine außergewöhnliche, intensive und unvergessliche Zeit in Frankfurt zurück. Nach mehr als fünf sehr erfolgreichen, aber auch sehr fordernden Jahren habe sich bei ihm das Gefühl verfestigt, dass er eine Veränderung brauche – und ein neuer Impuls womöglich auch dem Verein helfen könne.

In seine Amtszeit fiel unter anderem der Europa-League-Sieg 2022. Zudem machte sich Krösche mit starken Personalentscheidungen im Transferbereich einen Namen und galt zuletzt als einer der profiliertesten Manager im deutschen Profifußball.

Milan-Wechsel platzte, nun folgt der Abschied

Nach einer enttäuschenden Bundesliga-Saison und dem Trainerwechsel von Albert Riera zu Adi Hütter steht bei der Eintracht nun auch in der sportlichen Führung ein Umbruch an. Bereits im Juni war Krösche mit einem Wechsel zur AC Mailand in Verbindung gebracht worden, damals kam es aber nicht dazu. Nun verlässt er Frankfurt, ohne direkt bei einem neuen Club anzuheuern.

Krösche war zuvor unter anderem für den SC Paderborn und RB Leipzig tätig und arbeitete seit Mitte 2021 als Sportvorstand der Frankfurter.

Millionenerlöse mit Marmoush, Ekitiké und Kolo Muani

Zu den größten Erfolgen seiner Amtszeit zählen mehrere spektakuläre Transfergeschäfte. So verkaufte Frankfurt Omar Marmoush für 75 Millionen Euro an Manchester City, Hugo Ekitiké für knapp 100 Millionen Euro an den FC Liverpool und Randal Kolo Muani für mehr als 90 Millionen Euro an Paris Saint-Germain. Alle drei Angreifer waren zuvor deutlich günstiger nach Frankfurt gekommen.

Auch Nathaniel Brown brachte dem Verein im Sommer eine hohe Ablöse ein: Der junge deutsche Nationalspieler wechselte für 50 Millionen Euro zum FC Bayern München.

Der vergangene Transfersommer hatte sich für die Hessen insgesamt allerdings schwierig gestaltet. Bis zum Ende der Wechselperiode arbeitete die Eintracht an mehreren Deals, um Rückkehrer Hütter einen konkurrenzfähigen Kader zusammenzustellen. Nach dem sechsten Spieltag steht Frankfurt mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen auf Platz elf der Bundesliga.

Mehr Verantwortung für Hellmann

Die Personalentscheidungen fielen kurz vor der für Montag angesetzten Mitgliederversammlung. Für Hellmann bedeutet die neue Rolle noch mehr Verantwortung. Der 55-Jährige arbeitet bereits seit 25 Jahren in verschiedenen Funktionen für Eintracht Frankfurt. Sein Vertrag beim Club läuft noch bis 2031.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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