Politik

Insa-Schock: AfD bei 30 Prozent – Union stürzt ab

79 Prozent unzufrieden mit Kanzler und Regierung – kippt jetzt das Machtgefüge? Was das für Deutschlands Parteien bedeutet.

03.10.2026, 13:49 Uhr

Die AfD kommt in einer aktuellen Insa-Umfrage erstmals bundesweit auf 30 Prozent. Gleichzeitig fällt die Union auf 18 Prozent zurück. Im Vergleich zur Vorwoche gewinnt die AfD damit einen Punkt, während CDU und CSU einen Punkt verlieren. Der Abstand zwischen beiden Parteien beträgt in der Erhebung für die "Bild" nun zwölf Prozentpunkte.

Für die AfD ist das in den Insa-Daten ein neuer Höchstwert, für die Union dagegen ein neuer Tiefstand. Andere Meinungsforschungsinstitute hatten ähnliche Werte allerdings schon zuvor ermittelt: So wurde die Union Mitte September bei YouGov bereits mit 18 Prozent gemessen, die AfD kam damals bei GMS schon auf 30 Prozent. In neueren Umfragen anderer Institute lag die AfD teils bis zu vier Punkte niedriger, die Union dagegen bis zu fünf Punkte höher.

Einen ähnlich schwachen Wert hatte die Union in der Insa-Historie bereits im Oktober 2021 erreicht, damals mit 18,5 Prozent.

Weitere Parteiwertungen

In der aktuellen Befragung mit 1.202 Teilnehmerinnen und Teilnehmern liegen SPD und Grüne gleichauf bei 14 Prozent. Während die SPD ihren Wert hält, verlieren die Grünen einen Punkt. Die Linke bleibt bei 10 Prozent. BSW und FDP kommen jeweils auf 4 Prozent und würden damit an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Mehrheiten nur mit ungewöhnlicher Konstellation

Durch diese Verteilung könnten rechnerisch schon mit deutlich weniger als 50 Prozent der Stimmen Mehrheiten bei den Sitzen entstehen. Unter den derzeitigen politischen Bedingungen wäre jedoch kein Zweierbündnis realistisch. Eine Mehrheit wäre demnach nur durch eine Dreierkoalition aus Union, SPD und Grünen möglich.

Hohe Unzufriedenheit mit Regierung und Kanzler

Die Umfrage zeigt außerdem eine ausgeprägte Unzufriedenheit: 79 Prozent der Befragten gaben an, mit der Arbeit von Kanzler Friedrich Merz unzufrieden zu sein. Genauso viele äußerten sich auch kritisch zur Arbeit der Bundesregierung insgesamt.

Umfragen mit Unsicherheiten behaftet

Wie alle Wahlumfragen ist auch diese Erhebung nur eine Momentaufnahme. Schwächere Bindungen an Parteien erschweren den Instituten die Gewichtung der Daten. Zudem gibt es statistische Unsicherheiten: Insa beziffert die maximale Fehlertoleranz auf plus/minus 2,9 Prozentpunkte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen