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Wiesn-Rekord geknackt: 7,4 Millionen!

Wiesn sprengt alle Rekorde: So voll wie 2026 war das Oktoberfest noch nie – die Zahl überrascht.

04.10.2026, 13:14 Uhr

Rekord für die Wiesn 2026

Jetzt ist es offiziell: Das Münchner Oktoberfest 2026 war so gut besucht wie nie zuvor. Nach Angaben der Stadt kamen 7,4 Millionen Besucherinnen und Besucher auf die Wiesn. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 7,2 Millionen Gästen aus dem Jahr 2023 übertroffen.

Wiesn-Chef und Münchner Wirtschaftsreferent Christian Scharpf sprach von der bislang meistbesuchten Wiesn der Geschichte. Auch Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause zog nach seinem ersten Oktoberfest im Amt eine sehr positive Bilanz. Er sprach von einer „Bilderbuch-Wiesn“ und bezeichnete das Fest als friedlich, entspannt und gut gelaunt – für ihn war es eine der schönsten Wiesn überhaupt.

Sicherheitskonzept aus Sicht der Stadt bewährt

Nach Einschätzung der Stadt hat auch das überarbeitete Sicherheitskonzept funktioniert. Trotz des großen Andrangs habe es keine kritischen Überfüllungssituationen gegeben. Zudem sei es gelungen, Besucherinnen und Besucher stärker auf die Wochentage zu verteilen.

Scharpf betonte zugleich, Rekorde seien nicht das eigentliche Ziel der Stadt. Für die Wiesn werde seit den 1980er Jahren keine aktive Werbung mehr gemacht. Die große Anziehungskraft des Volksfests verbreite sich aber längst über soziale Medien und Influencer weiter. Nach Ansicht der Stadt zeigt das Fest, dass auch eine solche Größenordnung beherrschbar ist, wenn das Konzept greift.

Gute Stimmung, aber kein klarer Wiesn-Hit

Die Verantwortlichen sprachen insgesamt von einer sehr positiven Atmosphäre. Scharpf nannte das Oktoberfest einen internationalen Besuchermagneten und sprach von einer regelrechten „Gute-Laune-Wiesn“. Musikalisch gehörte in diesem Jahr das Kinderlied „Gute Laune“ zu den auffällig beliebten Songs. Einen eindeutig alles dominierenden Wiesn-Hit habe es 2026 nach Einschätzung der Stadt aber nicht gegeben.

Schwere Unfälle überschatten das Fest

Trotz der Rekordzahlen wurde das Oktoberfest von mehreren schweren Unglücken überschattet.

Am Morgen des letzten Wiesn-Tages wurde ein 47 Jahre alter Mitarbeiter aus Rumänien an einer Schiffsschaukel so schwer verletzt, dass er reanimiert werden musste. Nach Angaben der Polizei hielt er sich in einem Bereich auf, den er nicht betreten durfte, und wurde dort von der Schaukel erfasst. Die genauen Umstände untersucht nun das für Betriebsunfälle zuständige Kommissariat 13.

Bereits am dritten Festtag war ein 52-jähriger Sicherheitsmitarbeiter an einem Freefall-Tower ums Leben gekommen. Er war unter einer Gondel eingeklemmt worden. Auch in diesem Fall wird noch geklärt, warum er sich in einem Bereich aufhielt, in dem er sich nicht hätte befinden sollen. Beim traditionellen Gottesdienst erinnerte die Wiesn-Gemeinde an den Verstorbenen. Scharpf sprach von großer Trauer und Bestürzung.

Tödlicher Unfall auf der Oidn Wiesn

Auch auf der Oidn Wiesn kam es zu einem tragischen Vorfall. Eine Frau im Alter von über 90 Jahren wollte ein Kutschpferd streicheln. Dabei verfing sich ihr Rollstuhl im Geschirr, sie stürzte und starb sechs Tage später im Krankenhaus.

Reisebus auf dem Weg zur Wiesn verunglückt

Außerhalb des Festgeländes ereignete sich zudem ein schwerer Busunfall mit Bezug zum Oktoberfest. Auf der A96 bei Buchloe im Ostallgäu kippte ein Reisebus um, der aus Italien zur Wiesn unterwegs war. Zwei Menschen starben, zahlreiche weitere wurden teils schwer verletzt. Die Reisegruppe bestand aus in Italien lebenden philippinischen Staatsangehörigen.

Polizei meldet mehr Einsätze und mehr Kokain-Fälle

Nach Angaben der Polizei blieb die Stimmung auf dem Oktoberfest insgesamt friedlich und überwiegend entspannt. Zugleich stiegen wegen der hohen Besucherzahl aber auch die Einsatzzahlen.

Die Polizei registrierte 1.851 Einsätze sowie 845 Straftaten. Im Vorjahr waren es 748 Straftaten gewesen. Besonders aufgefallen sei ein Anstieg bei den Betäubungsmitteldelikten, vor allem im Zusammenhang mit Kokain. In diesem Bereich hatte die Polizei 2026 verstärkt kontrolliert.

Außerdem wurden 80 Sexualdelikte angezeigt, acht mehr als im Vorjahr. In 52 Fällen ging es um sexuelle Belästigung. In fünf Fällen wird wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt – genauso viele wie im Jahr zuvor.

Mehr Bier, mehr Essen, mehr Gäste auf der Oidn Wiesn

Auch beim Konsum wurden hohe Werte erreicht. Nach Angaben der Stadt wurden 6,7 Millionen Maß Bier ausgeschenkt. Das sind 2,7 Prozent mehr als 2025 mit 6,5 Millionen Maß.

Die Wiesnwirte meldeten beim Essen ein Plus von zwei bis drei Prozent. Besonders das klassische Hendl war demnach wieder stärker gefragt. Von den insgesamt 7,4 Millionen Gästen besuchten 447.000 auch die Oidn Wiesn.

Rekord auch für die Ambulanz

Die Aicher Ambulanz meldete ebenfalls einen Höchstwert. Bis Sonntagmittag wurden 8.409 Patientinnen und Patienten versorgt – knapp 300 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2023 und 23,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach Angaben des Rettungsdienstes hing das vor allem mit der insgesamt höheren Besucherzahl zusammen. Rund 40 Prozent der behandelten Menschen benötigten Hilfe ausschließlich wegen einer Alkoholvergiftung.

Der höchste gemessene Alkoholwert lag bei 3,8 Promille. Die Ambulanz weist allerdings darauf hin, dass dies nicht zwingend der absolute Spitzenwert gewesen sein müsse, weil Betroffene für eine Messung noch in der Lage sein müssen, in das Testgerät zu pusten.

Aicher-Geschäftsführer Michel Belcijan betonte zugleich, dass der überwiegende Teil der Patienten nicht wegen übermäßigen Alkoholkonsums behandelt worden sei. Er verwies außerdem auf den Nutzen von Wasser zwischen den Maß Bier.

Kuriose Fundsachen im Fundbüro

Auch das Fundbüro hatte wieder viel zu tun. Abgegeben wurden unter anderem 1.050 Kleidungsstücke, 700 Geldbeutel und 400 Handys.

Daneben tauchten auch einige ungewöhnliche Fundstücke auf – darunter eine Knirschschiene, ein Gebiss, die 1,80 Meter große Figur eines Imbissstandes und ein dicker Bildband über Tibet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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