Politik

Drama in Tennessee: Hinrichtung scheitert an Vene

Drei Jahre keine Exekutionen in Tennessee – dann soll ein Mann sterben. Doch kurz vor der Todesspritze passiert Unerwartetes.

21.05.2026, 22:05 Uhr

In Tennessee ist eine bereits angesetzte Hinrichtung per Giftspritze in letzter Minute abgebrochen worden. Nach Angaben der zuständigen Vollzugsbehörde konnte zwar ein venöser Zugang gelegt werden, ein zweiter gesetzlich vorgeschriebener Zugang ließ sich trotz mehrerer Versuche jedoch nicht herstellen. Laut NBC News erklärte eine Anwältin, der Verurteilte sei inzwischen wieder nicht mehr an die Trage gefesselt.

Der Mann sitzt seit mehr als drei Jahrzehnten im Gefängnis. Verurteilt wurde er unter anderem wegen dreifachen Mordes. Seine Verteidiger hatten bis zuletzt versucht, mithilfe einer DNA-Untersuchung seine Unschuld zu belegen. Die Anwältin Melanie Verdecia warf dem Bundesstaat scharfes Fehlverhalten vor. Tennessee, so sagte sie, quäle im Namen der Gerechtigkeit einen Mann, der seine Unschuld beteuere.

Gouverneur setzt Exekution für ein Jahr aus

Die Todesstrafe bleibt in den USA stark umstritten. Inzwischen haben 23 der 50 Bundesstaaten sie abgeschafft, in mehreren weiteren wird sie faktisch nicht mehr vollstreckt.

Auch in Tennessee war zuletzt über die Zuverlässigkeit der tödlichen Injektion diskutiert worden. Die Giftspritze ist landesweit die am häufigsten eingesetzte Hinrichtungsmethode. Der Bundesstaat hatte Exekutionen bereits für drei Jahre ausgesetzt, nachdem bekannt geworden war, dass die verwendeten Substanzen nicht ordnungsgemäß auf ihre Wirksamkeit geprüft worden waren.

Als Reaktion auf den jüngsten Vorfall kündigte Gouverneur Bill Lee an, die Hinrichtung um ein Jahr zu verschieben. Das teilte sein Büro kurz nach dem Abbruch der Exekution mit. Ein Gnadengesuch des Verurteilten hatte Lee nur wenige Tage zuvor noch zurückgewiesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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