Politik

Diesen Vereinen drohen jetzt höhere Steuern

Kassen leer? Die Regierung greift jetzt nach dem Geld bestimmter Vereine – wen es trifft, dürfte viele überraschen.

08.08.2026, 14:06 Uhr

Großen, nicht gemeinnützigen Vereinen in Deutschland könnten künftig höhere Steuerlasten drohen. Nach einem Entwurf aus dem Bundesfinanzministerium, über den zuerst die Bild berichtete, will Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) die steuerlichen Vergünstigungen für steuerpflichtige Vereine deutlich reduzieren.

Gemeinnützige Vereine wären von der geplanten Änderung nicht betroffen. Dazu zählen etwa kleine Sport- und Musikvereine sowie Organisationen aus dem Umwelt-, Tier-, Wohlfahrts-, Feuerwehr- oder Heimatbereich. Mit anerkannter Gemeinnützigkeit sind sie in der Regel von fast allen Steuerarten befreit.

Anders ist die Lage bei Vereinen mit wirtschaftlicher Ausrichtung. Dazu können etwa Wirtschaftsverbände, Vereine mit größeren Immobilienbeständen oder auch Profisportvereine gehören. Für sie soll statt des bisherigen Freibetrags von 5.000 Euro künftig nur noch eine Freigrenze von 1.000 Euro gelten. Bis 1.000 Euro bliebe das Einkommen steuerfrei. Wird die Grenze überschritten, wäre jedoch das gesamte Einkommen steuerpflichtig.

Der Gesetzentwurf wird derzeit innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Danach sollen Stellungnahmen von Verbänden und weiteren Betroffenen eingeholt werden, bevor sich Kabinett und Bundestag mit dem Vorhaben befassen.

Kritik kommt aus Bayern. Dort gibt es die Sorge, dass in der Praxis auch kleinere Vereine betroffen sein könnten, etwa wenn sie bei einem Fest mit dem Verkauf von Bratwürsten und Getränken Gewinne erzielen. Allerdings gilt für gemeinnützige Vereine bereits heute: Einnahmen aus solchen Aktivitäten sind bis zu 50.000 Euro brutto steuerfrei – unabhängig davon, wie hoch der Gewinn ausfällt.

Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) lehnt die Pläne des Bundes deutlich ab. Ehrenamt und Vereine seien eine wichtige Stütze der Gesellschaft und stärkten den sozialen Zusammenhalt. Bayern werde den Vorschlag nach seinen Worten nicht mittragen und sich stattdessen im Rahmen einer Bundesratsinitiative für eine Anhebung des Freibetrags auf 10.000 Euro einsetzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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