Der wegen des Terroranschlags auf zwei Moscheen in Neuseeland verurteilte Rechtsextremist Brenton Tarrant ist mit dem Versuch gescheitert, sein vor sechs Jahren abgelegtes Schuldgeständnis rückgängig zu machen. Das Berufungsgericht in Wellington wies den Antrag des inzwischen 35-Jährigen am Donnerstag zurück und bezeichnete ihn als völlig unbegründet.
Im März 2020 hatte Tarrant in sämtlichen Anklagepunkten seine Schuld eingeräumt. Dazu zählten 51-facher Mord, 40-facher versuchter Mord sowie Terrorismus. Für den rassistisch motivierten Anschlag auf die Al-Noor-Moschee und das Linwood Islamic Centre in Christchurch war der Australier zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Freilassung verurteilt worden.
Gericht weist Argumentation zurück
Vor dem Berufungsgericht hatte Tarrant im Februar erklärt, die harten Bedingungen seiner Haft hätten ihn psychisch so belastet, dass er bei seinem Geständnis nicht klar und vernünftig gehandelt habe.
Dieser Darstellung widersprach das Gericht nun deutlich. In seiner Entscheidung heißt es, das Schuldbekenntnis sei freiwillig erfolgt. Es habe weder Zwang noch unzulässigen Druck gegeben. Zudem gebe es klare Hinweise darauf, dass Tarrant zum Zeitpunkt seines Geständnisses nicht in einem Ausmaß psychisch beeinträchtigt gewesen sei, das seine Entscheidung infrage stelle.
Schwerster Anschlag des Landes
Bei dem Attentat am 15. März 2019 hatte Tarrant in Christchurch zwei Moscheen angegriffen und 51 Menschen erschossen. Zahlreiche weitere Opfer wurden teils schwer und lebensgefährlich verletzt.
Bis heute leiden viele Überlebende unter den Folgen des Anschlags. Einige sind dauerhaft arbeitsunfähig, andere kämpfen mit anhaltenden Schmerzen und schweren Traumata. Der Täter hatte die Tat damals mit einer Helmkamera live im Internet übertragen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion