Aiwanger kritisiert Medienfokus auf gestrandeten Wal
Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger hat den öffentlichen Umgang mit dem mehrfach gestrandeten Wal sowie die dazugehörige Berichterstattung scharf beanstandet. Auf dem Parteitag seiner Partei in Bad Aibling sagte der stellvertretende bayerische Ministerpräsident, es sei bezeichnend für den Zustand der Gesellschaft, wenn ein Wal namens Timmy in Deutschland mehr Aufmerksamkeit bekomme als eine Gruppenvergewaltigung. Ihm sei bewusst, dass dies eine harte Formulierung sei, fügte er hinzu.
Nach Aiwangers Ansicht macht der Fall des Wals deutlich, welche „Luxusprobleme“ sich die Gesellschaft noch leisten könne. Er betonte zwar, dass auch er den Schutz von Walen unterstütze, sagte aber zugleich, alles müsse seine Zeit und das richtige Maß haben.
Zugleich forderte Aiwanger, problematische gesellschaftliche Entwicklungen klar anzusprechen. Solche Missstände müssten benannt werden, erklärte er, und verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Meinungsfreiheit und freiem Denken.
Vorwürfe gegen SPD-Chefin Bas
In seiner Rede griff Aiwanger auch SPD-Politikerin Bärbel Bas an. Offenkundige Probleme dürften nicht ausgeblendet werden, sagte er mit Blick auf die Migrationspolitik. Er kritisierte die Aussage der Arbeitsministerin, es gebe keine Zuwanderung in die Sozialsysteme. Diese Bemerkung sei aus seiner Sicht ebenso unpassend gewesen wie eine frühere Äußerung von Bas, wonach sie nun wisse, gegen wen man kämpfen müsse – nämlich gegen die Unternehmer.
Der Buckelwal, der in den vergangenen Wochen mehrfach vor der Ostseeküste strandete, hatte bundesweit für großes Interesse gesorgt. Schließlich wurde das geschwächte Tier von einer privaten Initiative in die Nordsee gebracht. Seither ist unklar, was aus dem Meeressäuger geworden ist und ob er noch lebt. Fachleute hatten die Aktion deutlich kritisiert, während das Umweltministerium in Schwerin sie nach anfänglichem Zögern tolerierte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion