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Europol warnt: Kriminelle ködern Jugendliche für Gewalt

Im Netz werden Täter für Raub, Geldautomatensprengung und Mord angeboten – und das schockierende Detail: Sie sind immer jünger.

29.04.2026, 12:38 Uhr

Gewaltverbrechen werden nach Angaben von Europol immer häufiger im Internet wie eine bezahlte Dienstleistung vermittelt. Besonders alarmierend ist laut Jahresbericht der Europol-Sondereinheit „Gewalt als Dienstleistung“, dass dabei oft gezielt Minderjährige und Jugendliche rekrutiert werden.

Im vergangenen Jahr nahmen Ermittler in Europa dem Bericht zufolge 280 Verdächtige fest. Die meisten von ihnen sollen online Kinder und Jugendliche für schwere Gewalttaten angeworben haben. Zudem stehen rund 1.400 weitere Verdächtige im Fokus der Behörden. Drei mutmaßliche Auftraggeber – zwei Schweden und ein Deutscher – setzte Europol auf die Online-Fahndungsliste „Most Wanted“.

Die Spezialeinheit mit Sitz in Den Haag vereint Ermittler aus elf Ländern, darunter auch Deutschland. Nach Europol-Angaben wurden rund 14.000 Online-Konten identifiziert, über die Gewalttaten in Auftrag gegeben werden konnten. Solche kriminellen Dienstleister sollen nicht nur Täter vermitteln, sondern auch Waffen, Transport und Unterkünfte organisieren.

Jugendliche auf sozialen Medien im Visier

Laut Europol wenden sich diese Netzwerke gezielt an Minderjährige. Über soziale Plattformen würden sie angeworben, gegen Geld schwere Straftaten zu begehen. Dazu zählten Bedrohungen, das Platzieren von Sprengsätzen, Körperverletzungen und sogar Mord.

Der Europol-Experte für organisierte Kriminalität, Andy Kaag, sagte im niederländischen TV-Magazin Nieuwsuur, das Phänomen breite sich „wie ein Lauffeuer“ in Europa aus. Die angeworbenen Täter würden dabei immer jünger: 13- und 14-Jährige seien längst keine Ausnahme mehr, zugleich nehme die Brutalität der Taten weiter zu.

Täter zunehmend international eingesetzt

Nach Beobachtung von Europol werden die angeworbenen Täter immer häufiger auch über Ländergrenzen hinweg eingesetzt. So wurden im vergangenen Jahr in den Niederlanden drei junge Männer aus Schweden im Zusammenhang mit drei mutmaßlichen Auftragsmorden festgenommen. In Deutschland wiederum nahm die Polizei laut Bericht niederländische Jugendliche fest, denen Sprengungen von Geldautomaten vorgeworfen werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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