Beim Dreh der Krimikomödie „Steckerlfischfiasko“ hat Schauspieler Simon Schwarz das Team mit bewusst unangenehmen Gerüchen auf die Probe gestellt. Der Grund: Seine Figur Rudi Birkenberger ist völlig verwahrlost und wäscht sich nicht mehr. Um das glaubwürdig zu spielen, bat Schwarz den Fahrer der Produktion, in Drogerien in Niederbayern nach besonders penetranten Düften zu suchen. Bei der Premiere in München erzählte der Österreicher, man habe schließlich alles verwendet, was möglichst stechend und unerquicklich roch, damit die Reaktionen der Kolleginnen und Kollegen vor der Kamera echt ausfielen.
Diese fallen im Film entsprechend drastisch aus: Dorfpolizist Franz Eberhofer hält Birkenberger vor, er rieche „wie ein Iltis“, während der Chef des Polizisten meint, der Ex-Ermittler sei regelrecht am „Kompostieren“.
Ernstes Thema hinter dem Humor
So komisch die Szenen inszeniert sind, steckt für Schwarz eine traurige Realität dahinter. Birkenberger lebt seit geraumer Zeit in seinem Auto und bewegt sich damit am Rand der Obdachlosigkeit. Der Schauspieler betonte, dass dieser Aspekt zwar in der Erzählung lustig wirke, im wahren Leben jedoch klar dramatisch sei. Für ihn ist Birkenberger deshalb weniger eine reine Witzfigur als vielmehr ein Mensch, der an der Armutsgrenze lebt.
Gerade das mache die Rolle schwierig. Schwarz erklärte, es sei eine große Herausforderung, sich inmitten des komödiantischen Tons mit der tragischen Seite der Figur überhaupt durchzusetzen. In der Vorstellung erscheine vieles einfacher, sagte er, doch bei der konkreten Umsetzung werde schnell deutlich, wie komplex diese Balance tatsächlich sei.

Abschied von der verwahrlosten Erscheinung
Für den heruntergekommenen Look musste Schwarz regelmäßig längere Zeit in die Maske. Zur Ausstattung gehörte auch eine eigene Perücke mit langen, fettigen Haarsträhnen. Als am letzten Drehtag alles wieder abgelegt wurde, sei das ein ungewohntes Gefühl gewesen. Mit einem Lachen gab der Schauspieler zu, er habe sich dabei „fast ein bisschen nackt“ gefühlt — schließlich gewöhne man sich mit der Zeit an so ein Äußeres.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber