Rheinland-Pfalz

Waldbrand im Westerwald: Feuerwehr stoppt Schlimmeres

Nur 20 Meter bis zu den Häusern: In Gebhardshain drohte die Katastrophe – doch der gefährliche Einsatz dauert weiter an.

17.08.2026, 03:30 Uhr

Waldbrand bei Gebhardshain: Flammen rücken bis an den Ortsrand vor

In Gebhardshain im Westerwald herrschte am Sonntagabend große Anspannung: Ein Waldbrand näherte sich zeitweise bis auf rund 20 Meter den ersten Häusern. Die Situation spitzte sich so weit zu, dass eine Straße mit etwa 20 Haushalten vorsorglich geräumt werden musste.

Gegen 19 Uhr gab es jedoch Entwarnung. Nach Angaben des Kreises Altenkirchen konnte die Feuerwehr verhindern, dass die Flammen auf Gebäude übergreifen. Das Feuer sei inzwischen so weit unter Kontrolle, dass es in eine gewünschte Richtung gelenkt werde, während ein Teil des Waldgebiets nicht mehr gehalten werden könne. Die evakuierten Anwohner durften in ihre Häuser zurückkehren. Der Einsatz wird sich dennoch voraussichtlich noch bis in den Montag hinein ziehen.

Mehr als 300 Kräfte aus verschiedenen Kreisen waren am Sonntag im Einsatz, um den Brand einzudämmen. Auch Löschhubschrauber unterstützten aus der Luft. Vier Einsatzkräfte wurden verletzt, eine Person musste ins Krankenhaus gebracht werden. Zeitweise war auch eine Schule besonders gefährdet. Dort fällt der Unterricht nun aus, weil Teile des Gebäudes stark verraucht wurden.

Die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain liegt rund 60 Kilometer östlich von Bonn in einer waldreichen Mittelgebirgslandschaft in Rheinland-Pfalz, unweit der Grenze zu Nordrhein-Westfalen.

Weitere Brände in Rheinland-Pfalz und der Region

Für die Feuerwehren in Rheinland-Pfalz ist es bereits der zweite Großeinsatz innerhalb weniger Tage. Schon am Freitag waren in der Vordereifel bei Langscheid Wald- und Wiesenflächen in Brand geraten. Das Feuer erfasste etwa 50 Hektar. Auch am Sonntag dauerten dort noch Nachlöscharbeiten an, um verbliebene Glutnester aufzuspüren und zu beseitigen.

Waldbrand im Westerwald
Helfer kamen auch aus angrenzenden Regionen. Quelle: Sascha Ditscher/dpa

Der Brand bei Gebhardshain steht damit in einer Reihe weiterer Waldbrände in der Region und darüber hinaus. In Nordrhein-Westfalen ist der bisher größte Waldbrand der Landesgeschichte im Hürtgenwald in der Eifel nach einem tagelangen Einsatz mittlerweile unter Kontrolle.

Im belgischen Hohen Venn brennt es dagegen weiterhin auf einer Fläche von etwa 2.700 Hektar. In der Nacht mussten deshalb auch im nordrhein-westfälischen Monschau erneut Menschen ihre Häuser verlassen. Wegen der möglichen starken Rauchentwicklung ordnete die Stadt am späten Sonntagabend die sofortige Räumung von zwei Straßenzügen an. Betroffen sind nach offiziellen Angaben rund 30 Menschen in 17 Häusern.

Aussicht auf sinkende Waldbrandgefahr

Zum Wochenbeginn könnte sich die Lage in Rheinland-Pfalz etwas entspannen. Nach dem Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes wird für Montag an den meisten Messstationen nur noch eine mittlere bis geringe Gefahr erwartet. Ab Mittwoch soll landesweit sogar nur noch die niedrigste Warnstufe 1 gelten. Damit wäre das Waldbrandrisiko sehr gering.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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