Baden-Württemberg

KI-Paukenschlag aus Deutschland und Kanada? Cohere und Aleph Alpha schmieden überraschendes Bündnis

US-Konzerne geben mit ihren KI-Modellen weltweit den Ton an. Jetzt sucht Deutschland nach Wegen aus der Abhängigkeit – sogar mit Hilfe Kanadas. Und ausgerechnet zwei Unternehmen planen dafür einen überraschenden Schulterschluss.

24.04.2026, 11:57 Uhr

Die Bundesregierung setzt beim Aufbau größerer Unabhängigkeit von US-KI-Konzernen auf eine enge Partnerschaft zwischen Deutschland und Kanada. In Berlin kündigten das Heidelberger KI-Unternehmen Aleph Alpha und die kanadische Firma Cohere im Beisein von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) sowie des kanadischen Ministers Evan Solomon die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens an.

Wildberger sieht künftigen „globalen KI-Champion“

Wildberger sprach von der Entstehung eines weltweit bedeutenden KI-Akteurs. Nach Angaben der beteiligten Firmen soll das neue Bündnis Unternehmen und Regierungen eine unabhängige und souveräne Alternative in einem zunehmend konzentrierten KI-Markt bieten.

Das Joint Venture will zusammen mit der Schwarz Gruppe entsprechende KI-Lösungen entwickeln. Unternehmen des Handelskonzerns stellen dafür rund 500 Millionen Euro in Form einer strukturierten Finanzierung bereit. Geplant sind sichere KI-Angebote vor allem für Bereiche wie öffentliche Verwaltung, Finanzwesen, Verteidigung, Energie, Telekommunikation und Gesundheit.

Cohere-Chef Aidan Gomez betonte, man wolle Unternehmen und Staaten in Kanada, Europa und anderen Regionen zügig verlässliche Anwendungen zur Verfügung stellen. Ein zentrales Versprechen sei dabei, dass die Kontrolle über die eigenen Daten vollständig bei den Nutzern bleibe.

Wildberger wertete das Vorhaben als wichtiges Signal für den KI-Standort Deutschland. Es stehe für ein sicheres, souveränes und zugleich wettbewerbsfähiges deutsch-kanadisches Modell. Damit entstehe eine ernstzunehmende Alternative aus Deutschland und Kanada.

Auch die Schwarz Gruppe treibt ihre Digitalstrategie weiter voran. Die IT-Sparte des Mutterkonzerns von Lidl und Kaufland möchte sich als europäische Alternative zu Cloud-Anbietern wie Amazon Web Services und Microsoft Azure positionieren. In diesem Zusammenhang sollen rund elf Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum im brandenburgischen Lübbenau investiert werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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