Porsche trennt sich von seiner Beteiligung an der Luxusmarke Bugatti. Wie die beteiligten Unternehmen mitteilten, übernimmt ein von HOF Capital angeführtes Investorenkonsortium den 45-Prozent-Anteil des Sportwagenbauers am Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Im Zuge des Verkaufs gibt Porsche zudem seinen Anteil an der Rimac Group ab. Zuletzt hielten die Stuttgarter 20,6 Prozent an dem kroatischen Hersteller von Elektro-Supersportwagen. Neben HOF Capital gehören dem Käuferkreis auch BlueFive Capital aus Abu Dhabi als wichtigster Kapitalgeber sowie institutionelle Anleger aus den USA und Europa an.
Über den Preis der Transaktion machten weder Porsche noch Rimac oder die Investoren Angaben. Laut gemeinsamer Mitteilung wollen die Parteien keine weiteren finanziellen Einzelheiten veröffentlichen, sofern dies nicht durch die Rechnungslegung vorgeschrieben ist.
Für den Volkswagen-Konzern bedeutet der Schritt den vollständigen Abschied von Bugatti. VW hatte die traditionsreiche französische Marke 1998 übernommen und neu aufgebaut. 2021 wurde die Mehrheit dann in das Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac eingebracht. An Rimac selbst war Porsche seit 2018 beteiligt.
Porsche will sich wieder stärker auf das Kerngeschäft fokussieren
Porsche-Chef Michael Leiters hatte bereits im März einen umfassenden Umbau des angeschlagenen Herstellers angekündigt. Nun erklärte er, mit dem Verkauf der Anteile setze Porsche ein klares Signal, sich künftig stärker auf das eigene Kerngeschäft zu konzentrieren.
Leiters betonte außerdem, mit der Gründung des Joint Ventures sei ein wichtiger Grundstein für die Zukunft von Bugatti gelegt worden. Zugleich habe Porsche als früher Investor dazu beigetragen, Rimac zu einem etablierten Autohersteller zu entwickeln.
Milliardenbelastung durch Kurswechsel
Porsche kämpft seit geraumer Zeit mit Schwierigkeiten. In China läuft das Geschäft schwächer, die US-Zollpolitik belastet das Unternehmen zusätzlich, und auch die Nachfrage nach den Elektromodellen blieb hinter den Erwartungen zurück. Als Reaktion setzt der Sportwagenhersteller wieder stärker auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Allein dieser Strategiewechsel schlug mit rund 2,4 Milliarden Euro zu Buche. Der Konzerngewinn brach 2025 um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ein, nachdem 2024 noch knapp 3,6 Milliarden Euro erzielt worden waren. Der Umsatz sank gleichzeitig um fast zehn Prozent auf etwa 36,3 Milliarden Euro.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion