Baden-Württemberg

Was für ein Finale! VfB verteidigt den Pokal nach irrem Drama

Drama pur im Halbfinale: Der VfB Stuttgart wirft den SC Freiburg raus und zieht wie im Vorjahr ins Pokal-Finale ein – doch dort spricht fast alles gegen die Schwaben.

23.04.2026, 23:29 Uhr

VfB Stuttgart nach Pokal-Krimi erneut im DFB-Pokalfinale

Der VfB Stuttgart hat sich in einem dramatischen Halbfinale gegen den SC Freiburg wieder das Ticket nach Berlin gesichert. Der Titelverteidiger setzte sich vor 60.000 Zuschauern mit 2:1 nach Verlängerung durch, nachdem es nach 90 Minuten 1:1 gestanden hatte. Im Finale am 23. Mai trifft die Mannschaft von Sebastian Hoeneß nun auf den FC Bayern.

Freiburg war zunächst in Führung gegangen: Maximilian Eggestein traf in der 28. Minute zum 1:0 für die Gäste. Stuttgart tat sich lange schwer, steigerte sich nach der Pause aber deutlich. Deniz Undav erzielte in der 70. Minute den Ausgleich. Besonders bitter für Freiburg: Nur 19 Sekunden zuvor hatte Yuito Suzuki noch die große Chance auf das 2:0 vergeben, ehe der VfB den schnellen Gegenangriff zum 1:1 nutzte.

Als vieles schon auf ein Elfmeterschießen hindeutete, schlug Stuttgart kurz vor dem Ende der Verlängerung doch noch zu. Tiago Tomas sorgte in der 119. Minute mit einer starken Einzelaktion für die Entscheidung und ließ die Gastgeber jubeln.

"Ich bin super happy. Dass das Tor in der 119. Minute fällt, ist krass. Ich muss meine Mannschaft loben. Wir haben einen verdienten Erfolg erzielt", sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß danach in der ARD. Zugleich gab er zu: "Ich bin froh, dass es nicht ins Elfmeterschießen ging."

Historischer Erfolg für den VfB

Für Stuttgart ist der erneute Finaleinzug der nächste Meilenstein. Schon im Vorjahr hatte der VfB mit dem Sieg gegen Arminia Bielefeld den ersten Pokalerfolg seit 28 Jahren gefeiert. Nun steht der Club zum ersten Mal in seiner Geschichte in zwei aufeinanderfolgenden DFB-Pokal-Endspielen.

Im Endspiel wartet allerdings eine besonders schwere Aufgabe. Der FC Bayern hatte sein Halbfinale tags zuvor mit 2:0 in Leverkusen gewonnen und geht damit als klarer Favorit ins Finale. Stuttgart reist diesmal als Außenseiter nach Berlin.

Freiburg darf weiter auf einen Titel hoffen

Trotz des bitteren Ausscheidens bleibt für den SC Freiburg die Chance auf eine außergewöhnliche Saison bestehen. Das Team verpasste zwar sein zweites DFB-Pokalfinale nach 2022, hat in der Europa League aber weiter die Möglichkeit, Vereinsgeschichte zu schreiben. In den Halbfinalduellen mit Sporting Braga am 30. April und 7. Mai ist der Einzug ins Endspiel weiterhin realistisch.

Entsprechend enttäuscht reagierten die Freiburger nach dem Abpfiff. "Die Niederlage tut weh. Nach solch einem Spiel ist das extrem schade", sagte Torschütze Eggestein. "Aber wir haben ja noch ein Halbfinale." Torwart Florian Müller sprach von einem "brutal bitteren" Ausscheiden.

Hitziger Beginn mit Verzögerung

Schon vor dem Anpfiff war die Stimmung aufgeheizt. Pyrotechnik im Stuttgarter Fanblock sorgte wegen des Rauchs für eine Verzögerung um einige Minuten. Auf dem Feld setzte sich die intensive Atmosphäre sofort fort: Bereits nach gut 15 Minuten hatten beide Teams zusammen vier Gelbe Karten gesehen.

Sebastian Hoeneß hatte vor dem Spiel einen mutigen und offensiven Auftritt seiner Mannschaft gefordert. Doch zunächst kam die VfB-Offensive um Nationalspieler Deniz Undav gegen die aufmerksame Freiburger Defensive kaum zur Entfaltung. Bundestrainer Julian Nagelsmann verfolgte die Partie im Stadion.

Freiburg nutzt Standard zur Führung

Die erste gefährliche Szene gehörte den Gästen. Nach einem Zweikampf zwischen Angelo Stiller und Maximilian Eggestein forderte Freiburg Elfmeter, doch Schiedsrichter Tobias Welz ließ weiterspielen.

Wenig später fiel dann doch das 1:0 für den Sport-Club. Nach einer Ecke wurde der Ball im Zentrum geklärt, Matthias Ginter legte per Kopf für Eggestein auf, der die Kugel an Alexander Nübel vorbei ins Tor spitzelte.

Stuttgart hatte bis dahin kaum Offensivaktionen. Erst kurz vor der Pause wurde der VfB zwingender, ließ durch Ermedin Demirovic, Jamie Leweling und Undav aber mehrere Möglichkeiten ungenutzt.

Stuttgart nach der Pause klar stärker

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie deutlich an Tempo auf. Stuttgart drängte vor eigenem Publikum auf den Ausgleich und übernahm zunehmend die Kontrolle. Ein Treffer von Angelo Stiller wurde allerdings wegen einer Abseitsstellung von Demirovic aberkannt.

Der verdiente Ausgleich fiel schließlich durch Undav, der flach ins linke Eck traf. Danach blieb Stuttgart das aktivere Team, traf zweimal den Pfosten und scheiterte zudem mehrfach am stark parierenden Freiburger Ersatztorhüter Florian Müller.

Auch Freiburg hatte in der Verlängerung noch einen Moment des Jubels, doch ein Treffer von Lucas Höler wurde nicht anerkannt. So war es am Ende Tomas, der kurz vor Schluss mit seinem entscheidenden Tor den Einzug des VfB ins Finale perfekt machte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen