Polizei untersucht Vorfall in DHL-Zentrum in Leizen
Nach möglichen Vergiftungserscheinungen bei einer Mitarbeiterin eines DHL-Paketzustellzentrums im mecklenburgischen Leizen dauern die Ermittlungen weiter an. Nach Angaben der Polizei prüfen Spezialisten der Feuerwehr, um welchen Gefahrstoff es sich handeln könnte. Die Symptome könnten demnach auf Quecksilber hindeuten.
Seit Dienstagnachmittag waren Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr an dem Standort im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Einsatz. Zu Ursache und genauen Umständen gibt es bislang keine abschließenden Erkenntnisse. Die Polizei teilte mit, dass die Ermittlungen zu den Hintergründen des Vorfalls andauern.
DHL: Sicherheit hat höchste Priorität
Ausgelöst worden war der Einsatz, nachdem sich die Paketzustellerin am Dienstag bei der Polizei gemeldet und über körperliche Beschwerden geklagt hatte. Vorsorglich wurden daraufhin am Dienstagnachmittag mehr als 20 Beschäftigte aus dem Gebäude gebracht.
DHL erklärte inzwischen, die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitarbeitenden hätten höchste Priorität. Nach Unternehmensangaben sind alle Beschäftigten wohlauf. Der reguläre Post- und Paketversand in der Region sei nicht beeinträchtigt. Man unterstütze die laufenden Untersuchungen der Behörden, wolle sich aber nicht an Spekulationen beteiligen.
Zustellerin in medizinischer Behandlung
Welche Beschwerden die 50-Jährige genau hatte, konnte die Polizei zunächst nicht mitteilen. Nach ihren Schilderungen könnten die Symptome mit einer Flüssigkeit zusammenhängen, mit der sie bereits am Freitag während ihrer Arbeit in Berührung gekommen sein soll. Die Frau wird ärztlich behandelt.
Verdacht auf Quecksilber
Quecksilber gilt als hochgiftiges Schwermetall und ist das einzige Metall, das bei normaler Raumtemperatur flüssig ist. Bei längerer Belastung kann es erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Vor allem das Einatmen von Quecksilberdämpfen kann bleibende Schäden an Gehirn, Lunge, Nieren und Immunsystem verursachen.
Weiterer Quecksilber-Fall in Mecklenburg-Vorpommern
Bereits am Wochenende hatte es in Neustadt-Glewe einen ähnlichen Einsatz gegeben. Dort wurde eine Wohnung geräumt, nachdem in einer online bestellten Blumenlieferung Quecksilber entdeckt worden war. Nach Polizeiangaben bestätigten Spezialkräfte der Feuerwehr aus Hamburg den Verdacht.
Zwei Bewohnerinnen mussten in diesem Zusammenhang ärztlich behandelt werden. Ob zwischen beiden Fällen ein Zusammenhang besteht, wird derzeit geprüft.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber