Der Ausfall eines Stellwerks nahe Lüneburg sorgt weiterhin für deutliche Einschränkungen im Bahnverkehr zwischen Hamburg und Berlin. Seit Mittwochnachmittag kommt es auf der wichtigen Verbindung nach Angaben der Deutschen Bahn zu Verspätungen und Zugausfällen. ICE-Züge verkehren derzeit auf der Strecke nur im Zwei-Stunden-Takt.
Am Abend meldete die Bahn im Fernverkehr jedoch keine überfüllten Züge. Das Fahrgastaufkommen halte sich in Grenzen, sagte ein Sprecher. Nach aktuellem Stand gebe es keine entsprechenden Probleme.
Die technische Störung soll voraussichtlich erst am Donnerstag im Laufe des Tages behoben werden. Wann der Zugverkehr anschließend wieder vollständig nach Fahrplan läuft, war am Mittwochabend noch offen. Nach Angaben der Bahn wird von einem technischen Defekt als Ursache ausgegangen. Reisende werden gebeten, sich vor Fahrtantritt auf bahn.de oder im DB Navigator über ihre Verbindung zu informieren.
Als Alternative empfiehlt die Bahn weiterhin Verbindungen über Hannover. Fahrgäste müssen auf dieser Route allerdings mehr Reisezeit einplanen.
Strecke wegen Sanierung weiter nur eingeschränkt nutzbar
Die Verbindung Hamburg–Berlin ist seit August 2025 wegen einer umfassenden Generalsanierung gesperrt. Seit dem 15. Mai ist ein Teilabschnitt wieder freigegeben. Ab dem 14. Juni soll die gesamte Strecke wieder befahrbar sein.
Hintergrund ist die laufende Modernisierung der Trasse. Da die Bauarbeiten in mehreren Etappen erfolgen, ist derzeit nur der Abschnitt zwischen Celle und Hannover gesperrt. Dennoch empfiehlt die Deutsche Bahn Reisenden zwischen Berlin und Hamburg aktuell die Ausweichroute über Hannover.
Auch Regionalverkehr betroffen
Nicht nur der Fernverkehr leidet unter der Störung: Auch im Regionalverkehr kommt es zu Problemen. Das Eisenbahnunternehmen Metronom, das die Linien RE3/RB31 zwischen Hamburg und Uelzen betreibt, teilte mit, dass wegen des Stellwerksausfalls in Deutsch Evern nur noch ein Zug pro Stunde und Richtung fahren kann. Dadurch staut sich der Verkehr zunehmend. Fahrgäste müssen mit Verspätungen und Ausfällen rechnen und sollen nach Möglichkeit auf den bereits eingerichteten Ersatzverkehr ausweichen.
Metronom hatte zudem mitgeteilt, dass Fahrgäste ausfallender Regionalzüge vorübergehend auch einzelne ICE-Züge ohne zusätzliches Ticket nutzen können. Hintergrund ist, dass sich Fern-, Regional- und Güterverkehr auf der Umleitungsstrecke derzeit die verfügbaren Gleise teilen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber