In der Jugendhaftanstalt Hahnöfersand bei Hamburg sollen drei Insassen drei Mitarbeiter des Justizvollzugs angegriffen haben. Zwei Bedienstete wurden dabei verletzt, einer von ihnen schwer, wie die Hamburger Justizbehörde mitteilte. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen handelte es sich nicht um einen Ausbruchsversuch. Zuerst hatte die „Hamburger Morgenpost“ berichtet.
Der Vorfall ereignete sich demnach am Samstag auf der Elbinsel Hahnöfersand. Nach bisherigen Erkenntnissen hielten die Gefangenen zunächst einen Mitarbeiter für einige Minuten in einem Materialraum fest und nahmen ihm einen Schlüssel ab. Der Bedienstete wurde dabei leicht verletzt.
Einer der Häftlinge soll den Schlüssel anschließend genutzt haben, um in eine andere Station der Anstalt zu gelangen. Dort wurde er laut Justizbehörde jedoch von weiteren Sicherheitskräften gestoppt.
Ein weiterer Mitarbeiter erlitt bei dem Geschehen schwere Verletzungen und kam in ein Krankenhaus. Nach Angaben der Behörde sollte er dieses am Sonntag wieder verlassen. Die Polizei in Niedersachsen sprach von einer kurzen Auseinandersetzung, die bereits anstaltsintern geregelt worden sei, bevor Einsatzkräfte eintrafen.
Die Hamburger Justizbehörde kündigte an, den Fall an die Staatsanwaltschaft zu übergeben. Zwei der beteiligten Gefangenen wurden nach dem Vorfall bereits in andere Einrichtungen verlegt. Ein dritter Insasse sollte im Laufe des Sonntags folgen.
Jugendgefängnis auf niedersächsischem Gebiet unter Hamburger Leitung
Die Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand ist das zentrale Jugendgefängnis Hamburgs. Sie liegt auf der gleichnamigen niedersächsischen Elbinsel im Landkreis Stade, die auch als Gefängnisinsel bekannt ist, und wird von der Hansestadt betrieben.
Nach Angaben der Justizbehörde verfügt die Einrichtung über 176 Haftplätze und 20 Arrestplätze. Untergebracht sind dort ausschließlich männliche Insassen.
Zuletzt war die Anstalt auch wegen eines besonders aufsehenerregenden Falls in den Schlagzeilen: Bis Januar saß dort der mutmaßliche Pädokriminelle ein, der unter dem Pseudonym „White Tiger“ Kinder im Internet zu Gewalttaten gezwungen haben soll. Vor Beginn des Verfahrens wurde er in das Untersuchungsgefängnis nach Hamburg verlegt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion