Dörnbach holt überraschend WM-Silber im Keirin
Maximilian Dörnbach hat bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften in Shanghai für eine Überraschung gesorgt und in der olympischen Keirin-Disziplin die Silbermedaille gewonnen. Der 30 Jahre alte Deutsche musste sich bei hohem Tempo nur dem niederländischen Ausnahmefahrer Harrie Lavreysen geschlagen geben. Bronze sicherte sich der Japaner Shinji Nakano.
Für Dörnbach ist es der bislang größte Erfolg seiner Karriere und zugleich seine erste WM-Medaille. Im Finale überzeugte er mit einer starken taktischen Leistung und fuhr im Windschatten von Lavreysen auf Rang zwei. Für die deutschen Sprinter im Männerbereich war es die erste WM-Medaille seit 2021.
"Es war für mich ein absolut astreiner und perfekter Tag", sagte Dörnbach. "Die Medaille bedeutet mir auf jeden Fall sehr viel. Es ist meine erste WM-Medaille und vor allen Dingen auch in einer olympischen Disziplin. Damit habe ich nicht gerechnet und es wäre für mich schon ein Erfolg gewesen, ins Halbfinale zu kommen."
Dörnbach hatte im Keirin zuvor bereits zweimal EM-Silber gewonnen, nun stand er erstmals auch bei einer Weltmeisterschaft auf dem Podest.
22. WM-Titel für Lavreysen
Lavreysen baute derweil seine beeindruckende Sammlung weiter aus. Der Niederländer feierte in Shanghai seinen 22. WM-Titel und baute damit seinen Rekord weiter aus. Zudem stehen für ihn bereits fünf Olympiasiege und 14 Europameistertitel zu Buche.
Frauen-Vierer fährt zu Bronze
Für das deutsche Team blieb es am zweiten Wettkampftag nicht bei Dörnbachs Coup: Auch der Frauen-Vierer gewann eine Medaille. Die Tokio-Olympiasiegerinnen Franziska Brauße, Lisa Klein und Mieke Kröger sowie die erst 20-jährige Messane Bräutigam sicherten sich in 4:10,554 Minuten Bronze.
Im kleinen Finale setzte sich das deutsche Quartett denkbar knapp gegen die Niederlande durch. Zuvor war sogar der Einzug ins Finale greifbar gewesen, im entscheidenden Lauf hatte sich jedoch Italien knapp durchgesetzt. Den Weltmeistertitel holte der favorisierte britische Vierer vor Italien.
Damit steht die deutsche Mannschaft nach zwei Tagen bei insgesamt drei Medaillen, nachdem bereits am Vortag die Teamsprinterinnen Bronze geholt hatten.
Weitere Entscheidungen in Shanghai
In der Mannschaftsverfolgung der Männer triumphierte Dänemark im Finale klar gegen das italienische Starensemble um Filippo Ganna und Jonathan Milan und gewann den vierten WM-Titel in Serie. Der deutsche Vierer musste sich mit Rang acht begnügen.
Eine Enttäuschung setzte es dagegen für Lea Sophie Friedrich. Die achtmalige Weltmeisterin schied im Sprint bereits im Viertelfinale aus und verlor gegen die zweimalige Keirin-Weltmeisterin Mina Sato in zwei Läufen. Sato hatte zuvor auch Pauline Grabosch ausgeschaltet. Friedrich bleibt damit im Keirin noch die letzte Chance auf eine Einzelmedaille.
Ohne Edelmetall blieben auch die Geschwister Teutenberg: Tim Torn Teutenberg belegte im Scratch den sechsten Platz, Lea Lin Teutenberg wurde im Ausscheidungsfahren Siebte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber