Bayern

Hipp-Erpressung: Verdächtiger kommt überraschend frei

Er soll Babykost mit Rattengift versetzt haben – bald droht die Anklage. Warum der 39-Jährige jetzt trotzdem frei ist.

15.10.2026, 14:41 Uhr

Verdächtiger im Fall manipulierte Hipp-Babykost aus U-Haft entlassen

Im Ermittlungsverfahren um vergiftete Babynahrung des Herstellers Hipp muss der 39 Jahre alte Beschuldigte die weitere Dauer des Verfahrens nicht mehr in Untersuchungshaft verbringen. Wie ein Sprecher des Landesgerichts Eisenstadt in Österreich mitteilte, wurde der Mann aus der Haft entlassen.

Damit er dem Verfahren im Land zur Verfügung steht, wurden ihm laut Gericht Auflagen erteilt. Dazu zählen ein Gelöbnis, die Abgabe seines Reisepasses sowie Vorgaben zu seinem Aufenthaltsort. Am bestehenden dringenden Tatverdacht habe sich jedoch nichts geändert.

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, in Österreich, Tschechien und der Slowakei jeweils zwei Gläser Hipp-Babykost mit Rattengift versetzt zu haben. In einem sichergestellten Glas wurden nach Angaben eines Gutachtens 15 Mikrogramm des Gifts festgestellt. Diese Menge sei zwar nicht lebensgefährlich, könne aber die Gesundheit beeinträchtigen.

Staatsanwaltschaft bereitet Anklage vor

Der Mann war Anfang Mai 2025 festgenommen worden. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen früheren Mitarbeiter von Hipp aus Pfaffenhofen in Bayern. Nach bisherigen Erkenntnissen soll er präparierte Gläschen in Supermärkten platziert haben, um den Babynahrungshersteller zu erpressen. Der 39-Jährige weist die Vorwürfe zurück.

Als nächster Schritt wird nun die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft erwartet, erklärte der Gerichtssprecher.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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