Baden-Württemberg

Finalist VfB patzt: Werder schnappt sich die Punkte

Nach dem kräftezehrenden Auftritt unter der Woche lässt der VfB gegen Werder wichtige Punkte liegen. Jetzt spitzt sich der Kampf um die Champions League dramatisch zu – und das direkte Duell am Samstag könnte alles entscheiden.

26.04.2026, 17:25 Uhr

Mitten in der Euphorie über den Einzug ins DFB-Pokalfinale hat der VfB Stuttgart im Rennen um die Champions-League-Plätze einen Dämpfer kassiert. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß musste sich in ihrem 1000. Bundesliga-Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten SV Werder Bremen nach Rückstand mit einem 1:1 (0:1) begnügen – und stand danach mit enttäuschten Gesichtern auf dem Rasen.

Drei Tage nach dem kräftezehrenden 2:1 nach Verlängerung im Pokal-Halbfinale gegen den SC Freiburg gerieten die auf sechs Positionen veränderten Stuttgarter früh ins Hintertreffen. Jens Stage brachte die Gäste in der 18. Minute in Führung. Vor 60.000 Zuschauern erzielte Joker Ermedin Demirovic in der 61. Minute den Ausgleich.

"Ich glaube, wir verpennen so ein bisschen die Anfangsphase", sagte Demirovic bei DAZN. "Ich glaube einfach, dass es am Ende zu wenig ist. Das tut schon weh heute. In dem Kampf, wo wir uns gerade befinden, da müssen wir jeden Dreier zu Hause holen."

Wichtiger Punkt für Bremen im Abstiegskampf

In der Tabelle zog der VfB zwar wieder an der TSG Hoffenheim vorbei auf Rang vier, ist mit dem Konkurrenten aber punktgleich. Das direkte Duell der beiden Teams am kommenden Samstag gewinnt dadurch zusätzlich an Bedeutung.

Für Bremen war das Remis im Abstiegskampf besonders wertvoll. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune baute den Vorsprung auf den Relegationsplatz, den aktuell der FC St. Pauli belegt, auf sechs Punkte aus und verbesserte sich drei Spieltage vor Saisonende auf Platz zwölf.

Werder-Keeper Mio Backhaus sagte nach dem Spiel: "Der Punkt tut uns unfassbar gut." Auch Stage zeigte sich zufrieden: "Die erste Halbzeit waren wir richtig stark, gefährlich, hätten mehrere Tore machen können. Großer Respekt für unsere Jungs, das war top heute."

Vor dem Anpfiff hatte Hoeneß noch erklärt, seine Mannschaft sei nun endgültig in der entscheidenden Saisonphase angekommen. "Es ist nicht wirklich Bundesliga-Alltag, jetzt sind wir voll in der Crunchtime. Es fällt alles einen Tick leichter durch das Wissen, dass wir es gepackt haben am Donnerstag", sagte der VfB-Coach. Auf dem Platz war davon zunächst allerdings wenig zu sehen.

Bremen, kurzfristig ohne den angeschlagenen Kapitän Marco Friedl, stand defensiv stabil und setzte auch nach vorne Akzente. So geriet Stuttgart früh unter Druck.

Stage bringt Werder in Führung

Dem 0:1 ging ein schnell verlagerter Angriff nach einem Einwurf voraus. Über die rechte Seite kombinierte sich Werder nach vorne, Stage spielte einen Doppelpass mit Yukinari Sugawara und traf aus rund 15 Metern flach ins linke Eck. Der Mittelfeldspieler hatte bereits beim 3:1 gegen den HSV als Doppeltorschütze geglänzt.

El Khannouss und Undav verpassen den Ausgleich

Nach dem Rückstand bemühte sich der VfB um eine schnelle Antwort. Bilal El Khannouss kam per Kopf zu einer guten Gelegenheit, doch Backhaus lenkte den Ball stark über die Latte. Kurz vor der Pause versuchte es Deniz Undav aus der Drehung, verfehlte das Tor jedoch knapp.

Auf der anderen Seite konnte Jovan Milosevic eine Unsicherheit von Dan-Axel Zagadou nicht nutzen, nachdem der Stuttgarter Innenverteidiger im Strafraum weggerutscht war. Zagadou stand überraschend erstmals seit dem 9. November 2025 und seiner Oberschenkelverletzung wieder in der Startelf, wurde zur Pause aber durch Ramon Hendriks ersetzt.

Wechsel bringen neuen Schwung

Nach dem Seitenwechsel übernahm Stuttgart zunehmend die Kontrolle. Mit den Einwechslungen von Chris Führich und Ermedin Demirovic in der 57. Minute kam deutlich mehr Dynamik ins Offensivspiel – und das zahlte sich schnell aus.

Nach einer sehenswerten Kombination über Angelo Stiller und El Khannouss köpfte Demirovic nur vier Minuten später zum 1:1 ein. Wenig später hätte Bremen erneut in Führung gehen können, doch Stage scheiterte aus kurzer Distanz an VfB-Torwart Alexander Nübel.

Am Ende blieb es bei einem Remis, das Stuttgart im Kampf um die Königsklasse nur begrenzt hilft, während Bremen einen wichtigen Zähler im Abstiegskampf mitnimmt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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