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Borkenkäfer im Freistaat überraschend stark gebremst

Jahrelang fraß sich der Borkenkäfer durch Bayerns Wälder. Nun können die Staatsforsten plötzlich aufatmen – und der Grund überrascht.

26.04.2026, 16:28 Uhr

Bayerns Staatswälder deutlich besser gegen Borkenkäfer gerüstet

Die Wälder im Besitz des Freistaats Bayern sind in diesem Jahr nach Einschätzung der Bayerischen Staatsforsten so gut auf die Borkenkäfersaison vorbereitet wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die Ausgangslage sei besser als in allen Jahren des vergangenen Jahrzehnts, teilte das Unternehmen mit.

Vorstand Rudolf Plochmann erklärte in Regensburg, dass die Menge des angefallenen Schadholzes gegenüber den Vorjahren massiv gesunken sei. Dazu beigetragen hätten günstige Wetterbedingungen und der intensive Einsatz der Beschäftigten. Dadurch habe sich die Ausgangspopulation der Schädlinge spürbar verringert.

In den vergangenen Jahren hatten die Staatsforsten konsequent versucht, befallene Bäume möglichst vollständig aus den Wäldern zu entfernen. Besonders wichtig sei dabei die Kontrolle in Herbst und Winter, sagte Plochmann. Denn viele Borkenkäfer überwintern unter der Rinde und nicht im Boden. Fällt die Rinde ab, ziehen sich die Tiere in den Boden zurück und sind kaum noch zu bekämpfen.

Für den weiteren Verlauf der Saison werde vor allem entscheidend sein, wie sich die Niederschläge entwickeln. Eine gute Wasserversorgung stärke vor allem die Fichten und verbessere ihre Abwehrkräfte gegen einen Befall. Wegen der derzeit eher kühlen Temperaturen, insbesondere in den Nächten, habe der erste große Schwärmflug bislang noch nicht begonnen. Aktiv werden die Käfer in der Regel ab etwa 16,5 Grad Celsius und bei rund 14 Stunden Tageslicht.

Deutlich weniger Schadholz als in den Vorjahren

Zwischen Juli 2025 und Ende März 2026 registrierten die Bayerischen Staatsforsten rund 317.000 Festmeter Schadholz. Im Vergleichszeitraum 2023/24 waren es noch 1,6 Millionen Festmeter gewesen.

Nach Angaben der Staatsforsten sind nicht nur die Borkenkäferschäden auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Auch die gesamten Schadenszahlen über alle Baumarten und Schadursachen hinweg seien außergewöhnlich niedrig. Dazu zählen unter anderem Schäden durch Insekten, Windwurf, Schneebruch, Trockenheit und Pilze.

Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften insgesamt rund 808.000 Hektar Staatswald. In den vergangenen Jahren hatten Borkenkäfer dort teils schwere Schäden verursacht. In Bayern treten vor allem die Arten Buchdrucker und Kupferstecher häufig auf. Wärme und Trockenheit begünstigen ihre Ausbreitung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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